36 Tattvas

36- Tattvas

Tattva bedeutet Prinzip, Wahrheit, Realität oder Strich. Kaschmir-Shivaismus (Basis des Kaula-Tantra) kennt 36 Tattvas. Das Tattva ist ein Sanskritwort im Sinne von "Dasheit", Prinzip, Realität oder Wahrheit. Samkhyas Philosophie basiert auf 25 Faktoren der Existenz, der Shivaismus zählt 36 Faktoren.

36 Tattvas des Kaschmir-Shivaismus

Der Begriff Tatwa steht für Grundsatz, Wahrhaftigkeit, Realität oder Entität. Anders ausgedrückt: Tattvas sind nicht so sehr Grundbausteine wie z. B. die chemischen Bestandteile, die ein Ganzes ausmachen, sondern vielmehr Teile unserer Erfahrungen. Konkret: Tattvas sind Grundsätze, die das Wesen unserer Erfahrungen ausmachen. In Kaschmir Shivaism, das unterrichtet, dass alles, was existiert, eine Äußerung des Bewusstsein ist, sind die 36 Tattvas 36 verschiedene Arten oder Gruppen des manifestierten Bewusstsein.

Die Selbstbegrenzung des Bewußtseins, die sich in Form wie in verschiedenen Kleidungsstücken einhüllt, erzeugt die Tattvas. Unterteilt sind die 36 Tattvas des Kaschmir-Shivaismus in 3 Gruppen: Schuddha Tattvas = reines Tattvas: die ersten 5 Tattvas werden reines Tattvas benannt; sie sind die Tattvas der Erfahrungen des universalen Bewußtseins.

Schuddha Aschuddha = reine unsaubere Tattvas: die folgenden 7 Tattvas werden die reinen unsauberen Tattvas benannt; sie sind die Tattvas der Individualitätserfahrung. Achuddha tattvas = unsaubere Tattvas: die 24 zuletzt genannten Tattvas werden die unsauberen Tattvas heißen; das sind die Tattvas der geistigen Tätigkeiten und der Sinneswahrnehmung der stofflichen Umwelt.

Die 36 Tattvas hier genauer zu beschreiben, würde ein ganzes Werk darüber sein. Hier möchte ich die 36 Tattvas kurz erläutern und verdeutlichen, wie sie in ihrer Ganzheit einen Prozeß der Bewusstseinsentwicklung wiedergeben. Für die Tantrapraxis ist es von Bedeutung, die Grundlagen dieses Prozesses mit Hilfe von Tattvas (oder einem anderen zusammenhängenden philosphischen oder psychischen System) begreifen und begreifen zu können.

Kashmir Shivaism unterrichtet, dass Verstehen (bauddha) ohne Erfahrungen (paurusha) nicht zur Erlösung führen, aber pausenloses Lernen heißt, erst nach dem Tod befreien zu können. Zur Verwirklichung der Erlösung (moksha) im lebenden Leib und Verstand müssen Verstehen und Erleben miteinander verbunden sein. praithvi = Erde, jala = Meer, teajas = Flamme, wayu = Atemluft, Diese 5 Gestaltungselemente sind die letzte Stufe der manifestie -rung des umhüllenden Sinkens.

Prakasa, das pure Feuer, hat sich in dunkler Substanz eingehüllt - und doch ist in diesen Tattvas die Gegenwart und Realität Shivas. Im - oder unter - der letzte Tatva, praithvi, ruht die Kundalini- Shakti. In den 5 schönen Elementen wird beschrieben, durch welche Wahnvorstellungen wir unsere Wirklichkeitserfahrung erschaffen. Der Duft (Gandha) produziert unsere Idee von dem, was wir als Feststoff erleben, nämlich praithvi.

Die Rasa (Geschmack), produziert Tees (Wasser), die Rasa (Form = Sicht) produziert Brand etc. Tattvas sind keine statische Komponente, sondern ein Prinzip der Erfahrungsgenerierung. Die" höheren" Tattvas produzieren die" niedrigeren" Tattvas. In jedem Tatva gibt es aber so viel wie in jedem anderen auch: Paysu = Ausscheidungsorgane, Upasta = Geschlechtsorgane, Pada = Fuss, Pani = Hände, Die 5 Wirkungsorgane sind Karmaindriyas = Innenorgane, die Karmas produzieren.

Der Nasenschwamm, die Ghrane, produziert Düfte. Die Augen erzeugen durch das Schauen "Form", die Hände "Berührung" durch das Gefühl, das Gehör "Klang" durch das Zuhören. Die ersten 20 Tattvas werden als grobe Bestandteile bezeichnet. Die Tattvas kommen dem obersten Tattvas, Schiwa, näher, je größer ihr Bewußtsein, ihre Selbstverständlichkeit.

Nächste Tattvas sind: Mana = Verstand, Nachdenken, Buddhas = Verstand, Ahamkara = Ich-Bewusstsein. Der Mensch ist derjenige, der Ideen hervorbringt und zu einem dualistischen Gedankengut führt. Jeder Gedanke wird von uns generiert. Immer wenn ich darüber nachdenke, ob ich das tun soll oder nicht, generiert das Buddhi-Tattvas eine Konfirmation meines Urteilsvermögens.

Und wenn ich darüber nachgedacht habe, welche Aktion richtig oder falsch ist und ob ich die richtigen Aktionen durchführen kann, werden all diese Bestätigung oder Ablehnung von Buddhi Tattoos produziert. Auch Ahamkara wird schlicht "I-maker" getauft. Das Ich-Bewusstsein wird von Ahamkara tatva erschaffen, aber dieses "Ich" wird durch seine Verbundenheit mit der Objektwelt, den grobstofflichen Bestandteilen, begrenzt.

Sie sind untrennbar, sie sind wie zwei Teile desselben Prinzips: Prakriti ist das Realitätselement, das wir mit "Natur" meinen, oder die grundlegende Kraft eines jeden empfindsamen Seins. Gunas sind keine Tattvas, denn sie werden von Prakriti produziert und sind nur in Prakriti effektiv.

Tätowierungen sind immer Bestandteile, die produzieren, produzieren. Was auf und mit Prakriti funktioniert und in Wechselwirkung steht, ist Purusha-Tattvas. Die Purusha ist das Resultat der umhüllenden Siva, das Bewusstsein nimmt Gestalt an. Daher wird es auch die lebendige ( "jivatman"), das beschränkte Sein ( "jiva") oder das geistige Atom ("anu") bezeichnet.

Die Vedanta Philosophie, deren Hauptmerkmale auch von vielen Yogaschulen mitgetragen werden, ist für uns der oberste Punkt des Vedantas. In Tantra jedoch, besonders im Shivasismus, ist Puruscha Tatva wie Hamkara Tatva beschränkt und beschränkt, mit dem einzigen Unterschied, dass Puruscha, anders als Ahamkaras, nicht an die Objektwelt sondern an die Subjektwelt gefesselt ist.

Dieser Zusammenhang von Purusha mit der Subjektivitätswelt findet auf fünf Arten statt, die man als Cañcukas bezeichnet. Mit Purusha Tattva betreten wir das Reich der reinen unreinen Tattvas (shuddha-ashudda tattvas). niyati = Raumbegrenzung, K?la = Zeitbegrenzung, raga = Beschränkung durch Bindung, widiya = Beschränkung des Wissen, Kal? = Beschränkung der Macht.

Der Kañcuka dient als Filtermaterial oder als Mittel zwischen den puren Tattvas des universalen Bewußtseins und den unsauberen Tattvas der sachlichen Umwelt. Der Kañcuka ist also der Tattvas der Einschränkung des Unendlichen. ie Einschränkung durch den Weltraum, das Tattwa, schafft in Purusha die Idee, an einem gewissen Platz zu sein - und nicht immer.

Daß ich in Halle und nicht in Kaschmir und Sevilla lebe, ist eine Beschränkung meines Selbst auf einen gewissen Ort, der von Nigeria geschaffen wird. Das andauernde Erleben, ein örtlich beschränktes Sein zu sein, bringt die Idee und Identifizierung mit dem Ich, einem eingeschlossenen Ich. In Purusha schafft K?la die Idee von Temporalität, Geschichte, Gegenwart u. Perspektive.

Über die Website K?la kann ich nur die Anwesenheit erleben. Auch in der doppelten Erscheinungswelt generiert sie den Zyklus von Geburten, Sterben und Wiedergeburten. Ragatattvas schränken Purusha durch Anhaftung ein. Das Erlebnis, nicht komplett zu sein, weckt den Wunsch nach dem, was wir nicht haben. Widja Tattwa begrenzt Purushas Erkenntnis.

D. h. Schiwa bestimmt, ob er dir das große Talent des nicht-dualen Bewußtseins gibt. Das Kal? hat in Purusha die Beschränkung der Macht geschaffen. Mit der Beschränkung durch Kal? tatva lebt man mit der Idee der begrenzten Möglichkeiten. Die 5 Beschränkungen und Schäkel von Purusha werden durch Purushas Unkenntnis seiner wahren Beschaffenheit hervorgerufen.

Diese Ignoranz ist ein weiterer Tatwa, bekannt als Maya-Tatwa. Um Purusha durch die Erfahrung der Begrenzung mit Prag zu erkennen und so die eigene Persönlichkeit zu entfalten, wurden die 5 Kanuka Tattvas von der Firma cana tattvas geschaffen. Maja-Tattvas schaffen Begrenztheit und Zweiheit - in einem Vorgang, der in vielen Kulturkreisen und auch im Tantra als "Magie" gilt.

In der Tat sind die Wörter magic, Maya, machine, etc. vom Verben m? abgeleitet, was "messen" heißt. Die Maya ist die schöpferische Kraft, die die meßbare, finite und unendliche Dimension der Erde erschafft. Gleichzeitig offenbart und verhüllt Maya das große Mysterium eines Bewußtseins (Shiva), das sich frei und informell in Begrenzungen wickelt und so die doppelte Lebenswelt erschafft.

Das passiert durch die Anmut von Schiwa - und im Augenblick der wirklichen Kenntnis verwandelt sich Maya in die Schakti von Schiwa, in seine große Ausstrahlung.

Aus Maya wird eine große Spielkameradin. Alle anderen Tattvas sind nun pure Tattvas, Schuddha. ??vara, ??vara, sad??iva, schakti, Schuddha tattvas sind mit reinem Bewußtsein, mit reiner Subjektivität verknüpft. Bewußtsein und Kraft sind in den Tattvas von Schuddha nicht mehr auseinander. Die Website ?uddha ist pure Sachlichkeit, pure Erkenntnis.

Sie wird von der Webseite von Kriy? generiert und ist die Manifestationsenergie, wenn Pureha seine Art verwirklicht. Mal ist Wissen vorhanden, mal ist es von dir verschwunden: "Ich bin Schiwa, das Weltall ist nur als Zweiheit real. "Die Website Jñ?na produziert von Jñ?na Die Website Jñ?na wird durch das noch reiner werdende Wissen von Pureusha produziert: "Das Weltall ist keine Täuschung, es ist ich in Expansion.

Das noch reiner werdende Wissen "Ich bin das Universum", durch das sich Schiwa als göttlicher Wille äußert, herrscht in der Website ?akti vor. Bei den beiden letztgenannten Tattvas handelt es sich um die beiden letztgenannten: SHACKTI TATVA und SIVA TATVA. Das Erleben des "Ich" ist hier pur und universell, es gibt keine Spuren der Dasheitserfahrung.

Das Erlebnis des puren Egoismus, des puren Bewußtseins wird im Schakti-Tattva durch die Kraft der erhabenen Seligkeit, ?nanda ?akti, geformt. Das Erlebnis des puren Egoismus ohne jegliche Entität im Shivas-Tattva wird durch die Kraft des Gottesbewusstseins, Cit ?akti, erzeugt. Schakti tritt als der Aktiv, Schiwa als der Passivaspekt des Bewußtseins auf. Das transzendente Bewußtsein, die Projektionsfläche, auf die die ganze Kreation geworfen wird, ist unser Körper.

Außerhalb des Schaffenszyklus der Tattvas ist Parama Shíva (das "Herz" im Tantra von Saiva) nur pure Überlegenheit. Sie finden es in den niedrigsten bis hohen Tattvas.

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