Aberglaube Definition

Definition des Aberglaubens

Der Aberglaube begleitet das Leben und Handeln aller Menschen in allen Kulturen und Zeiten. Der Aberglaube aus dem Wörterbuch urspruenglich ein abweichend verwendeter Begriff der Gemeinde fuer kirchliche Ideen, die von der christl. Doktrin abweicht und in denen Überreste vorchristlicher Gedanken oder Magie vermuten lassen; auch die Gepflogenheiten und Rituale, die benutzt werden, um gewisse Magieeffekte hervorzurufen oder ungewollte abwehren ( "Wahrsagerei", Zauberformeln usw.);

also auch den Glauben an Daeonen und an übernatuerliche Kraefte von Menschen und Sachen (z.B. Zauberei, Talismane).

Der Aberglaube ist das tägliche Brot aller Menschen in allen Kulturkreisen und in allen Zeiträumen. Der Aberglaube wird jedoch vom jeweils als richtig gefühlten ideologischen Gesichtspunkt des Beobachters determiniert. Abergläubische Praxis verdeckt in der Regel den Willen, das Unbekannte und Bedrohliche durch Beschwörung von Taten oder Aussagen zu verbannen oder Freude zu schaffen.

Aberglaube gibt es sowohl in kulturellen, allgemeingültigen gemeinsamen Gedanken- und Ritenmustern, wie dem Glaube an Glücks oder Unglücksbringende Zeichen (vierblättriges Kleeblatt, schwarzes Kätzchen), Zauberformeln ("Toi-Toi") oder beim Horoskoplesen usw., als auch auf der individuellen Stufe, wo jeder Mensch versteckte und leitende Kraft auf sehr persönliche Gegenstände, Angewohnheiten und Taten bezieht.

Der Aberglaube wurde erstmals im XII. Jh. verwendet. Sie dienten als Übersetzungen des römischen "superstitio" und beschrieben den von der amtlichen Lehrmeinung abgewichenen (irrigen) Glauben; im XVI. Jh. wurde das englische Schlagwort allgemeingültig und dienten dem Geistlichen immer mehr als Schlachtbegriff gegen die Ketzerei und Irrlehre.

abergläubisch

Das menschliche Gehirn hat sich im Lauf der Entwicklung weiterentwickelt, um Bedeutung in der Erde zu finden, indem es fortwährend nach Ursachen sucht, d.h. "Menschen tendieren von Haus aus dazu, alles so zu deuten, als wäre es vorgegeben, denn alle Sachen müssen immer aus einem ganz spezifischen Grunde ablaufen.

Die Menschen wollen normalerweise erläutern, warum etwas in der ganzen Welt abläuft. In vielen Fällen führt dies schließlich zu Aberglauben, einer Neigung zum Übersinnlichen und zum Glauben an übersinnliche Phanomen. Die Basis des abergläubischen Verhaltens ist also wahrscheinlich die Neigung des Menschen - wie übrigens alle anderen Affen - nach kohärenten Strukturen in seiner Umgebung zu forschen.

In der Regel können die Menschen jedoch nicht sofort erkennen, welche Modelle richtig und welche nicht richtig sind, aber sie haben die grundsätzliche Neigung, alle Modelle vorerst als richtig zu betrachten. Die Verschwörungstheorie dient in erster Linie dazu, Erkenntnislücken zu schliessen, die unweigerlich bei unübersehbaren Geschehnissen auftauchen. In einer komplizierten Lebenswelt erleben die Menschen viel über die Massenmedien, was sich ihrem direkten Einfluß und ihrer Beurteilung entzieht: Ohne entscheidende, plausible Information sucht man sie unfreiwillig, und wenn man sie in der Realität nicht findet, muß man ihre Vorstellungskraft nutzen und die fehlende Information bei Bedarf ersetzt.

Natürlich ist es ein grundlegendes Bedürfnis des Menschen, die Kausalstruktur der Umgebung zu begreifen, denn sie stellt die relevanten Umweltkonstanten dar und gibt den eigenen Erlebnissen einen Sinn. In den verschiedenen Szenarios von Hadjichristidis et al. (2017) wurden in ihrer eigenen Sprache oder auf Deutsch unterschiedliche Beweggründe untersucht, die oft als Negativzeichen interpretiert werden, wie z.B. ein gebrochener Rückspiegel oder die Tatsache, dass sie versehentlich unter einer Treppe gelaufen sind.

Selbst wenn jeder diesen Aberglaube ablehnt, sind diese Überlegungen zwangsläufig vorhanden und müssen durch das aktive Nachdenken verdrängt werden. Interessant ist, dass dieser interne Streit nicht auftrat, wenn diese Szenarios in einer fremden Sprache dargestellt wurden. Anscheinend lernen die Menschen die Sinnhaftigkeit solcher Szenarios als Negativzeichen sehr frühzeitig in ihrer Vergesellschaftung, indem Aberglaube nur in ihrer eigenen Sprache vorhanden ist, während in einer fremden Sprache, die man später im Laufe des Lebens lernt, nur als ein sinnloser Prozess angesehen wird.

Dies fällt mit der Erkenntnis zusammen, dass Menschen dazu neigen, in fremdsprachlichen Dokumenten Irrtümer zu entdecken und Äußerungen weniger leicht zu akzeptieren. Der Aberglaube ist seit dem Hochmittelalter zwar deutlich gesunken, aber viele Menschen halten noch immer an Sternenkunde, Ufos, Tarockkarten oder die Gelegenheit, mit den Verstorbenen zu reden.

Gerade in unsicheren und krisenhaften Situationen neigen die Menschen dazu, an Heilsversprechungen zu denken, denn dann verlangen die Menschen nach Strukturen in ihrem Alltag, aber auch wenn sie unter Stress sind, streben sie nach Ordnung, zum Beispiel durch das Durchführen von Ritualen des abergläubischen Lebens oder den Glaube an das Übernatürliche. Denn wenn es darum geht, von anderen Menschen anerkannt zu werden, ist der Aberglaube weit verbreiteter, aber wenn das Tor nur für die eigene Person von Bedeutung ist, ist es wahrscheinlicher, auf den Talisman zu verzichten.

Würden die Probanden die Performance betonen, würden sie lieber die Kugelschreiber oder virtuelle Figuren wählen, die sich vorher in einem Versuch bewiesen hatten, anscheinend mit der Gewissheit, dass sie ihnen bei der Suche nach der neuen Antwort behilflich sein würden. Letztendlich geht es natürlich darum, ein Kontrollgefühl über das eigene Verhalten oder über nicht beeinflussbare Zustände zu bekommen.

Der Aberglaube ist daher eine Illusion von Kontrolle. Aus Sicht des Hirns ist der Präfrontalkortex für die Risikobewertung, das heißt letztendlich für die Reflektion zuständig, wodurch diese Befragungsfähigkeit immer mit der Fragestellung nach der Aussagekraft von Geschehnissen einher geht. Im Laufe der Entwicklung hat sich das Hirn offenbar an die Tatsache angepasst, dass es schwer sein kann, die Sinnfrage zu klären, wodurch der Aberglaube möglicherweise das Resultat dieser Adaption des Hirns an die Unwägbarkeiten der Erde sein kann.

Aberglaube des Menschen kann auch aus dem Bemühen resultieren, ein Verhaltensmuster, eine Regelmäßigkeit, in Zufallsereignissen zu entdecken, um die Erde vorhersehbarer zu machen, als sie tatsächlich ist. Deshalb geht das Hirn von Ursachen und Wirkungen bei zeitlichen Zusammenhängen aus, die tatsächlich nicht vorhersehbar sind. Sehen Sie die Klassiker über das abergläubische Taubenverhalten von Burrhus Skinner.

Aberglaube beinhaltet auch eine Vielzahl esoterischer Übungen mit der Beschwörungsformel der Schutzengel - ein lustiges Beispiel finden Sie hier:

Mehr zum Thema