Anthroposophisches Menschenbild

Das anthroposophische Menschenbild

Welche fünf Ebenen des anthroposophischen Menschenbildes gibt es? In welchem Maße sind sie Ausdruck der menschlichen Existenz? Der Mensch ist eine ungehobelte Einheit von Körper, Seele und Geist.

Sinnesunterricht

Es ist in der Erziehungswissenschaft die stufenweise Entwicklung des Menschen zur ungehinderten Selbsterkenntnis. Die Forschungseinstellung hat den Effekt, dass die Waldorfpädagogik im Prinzip keine dogmatisch angewandte Pedagogik sein kann, sondern nur in der persönlichen Ausführung und durch die aktuellen Begegnungen auftaucht. Rudolf Steiner formuliert in seinem Grundlagenaufsatz Free School und Trinidadliederung lapidar: "Was zu lehren und zu bilden ist, sollte nur aus dem Wissen um den zukünftigen Menschen und seine individuelle Disposition übernommen werden.

Wahre Ethnologie sollte die Basis für Bildung und Unterricht sein" (Pädagogische Fundamente und Ziele der Dornacher Rudolf-Steiner-Schule, 1969, S.8). Als Erzieherinnen und Erzieher haben wir vor allem die Pflicht, das in jedem Menschen versteckte und zu freier Selbsterkenntnis befähigte Leben zu begünstigen und darauf bedacht zu sein, dass es sich gesundheitlich weiterentwickeln kann.

Rudolf Steiner schilderte in vielen Fachvorträgen die übergreifende Tragweite der Imitationsprozesse in der Kleinkindheit bis hin zu den physiologischen Details. Im weiteren Verlauf des zwanzigsten Jahrtausends bewiesen ihm die sensorischen empirischen Untersuchungsergebnisse zur Frühkindlichetwicklung, einschließlich der Bindungs- und Neuroplastikforschung, ihre Richtigkeit, ohne dabei zunächst seinen methodischen Herangehensweisen und seine gegenständlichen Erkenntnisse zu berücksichtigen.

Das Ita Wegman Institute präsentiert die anthroposophische Ethnologie kindlicher Imitationsprozesse und ihre Relevanz für die Gesamtentwicklung des Kleinkindes in der Arbeit von Rudolf Steiner.

Rudolf Steiners anthroposophisches Menschenbild als Basis.....

Fast jeder ist irgendwann in seinem bisherigen Alltag mit Vorbehalten gegenüber der Waldorfschule in Berührung gekommen. Die Annahme, dass die Waldorfschule mehr spielt als sie lernt oder lehrt und dass der Schulunterricht nur in Rundzimmern ohne Ecke oder sogar unter freiem Himmel erfolgt, ist ebenfalls ein häufiges Vorurteil gegenüber den Rudolf-Steiner-Schulen.

Allerdings werden die meisten Befürchtungen durch eine Diskussion über das Thema Waldorfschule nicht bestätigt. Dass man an der Waldorfschule auch die allgemeinbildende Hochschulzugangsberechtigung erlangen kann, ist für viele Menschen ein Fremdwort. Diese vielen Befürchtungen und meine eigene Unkenntnis des Konzepts und der Methodik in den Walldorfschulen haben mich veranlasst, mich mit der Problematik der Grundlagen und der Besonderheiten dieser Schule zu befassen.

Was ist das menschliche Bild, das diesem Schularbeitsmodell zugrunde liegt? In welchem Sinne? Rudolf Steiners anthroposophische Arbeit ist die Basis der waldorfschulischen Ausbildung. Daraus werden sowohl das Curriculum als auch die angewandten Verfahren abgeleitet. Zuerst möchte ich auf die Frage eingehen, was eigentlich mit Antroposophie gemeint ist und wo die Herkunft dieses Begriffs zu finden ist.

Es wird dann das antroposophische Menschenbild in Beziehung zur Entstehung und den vier Mitgliedern des Menschen sowie zur Steiner'schen Temperamentlehre und der Leitidee von Inkarnation und KaMa präsentiert. In diesem Sinne werden die besonderen Merkmale der Waldschulen, insbesondere in den Sparten Kunst-, Religions- und Fremdsprachenunterricht, herausgearbeitet und erläutert.

Zusätzlich zu den besonderen Merkmalen des Lehrplans werden auch die Funktion des Pädagogen und die Transfer- und Beurteilungsregeln an der Waldorfschule erörtert. Schließlich wird eine kurzzeitige Kritik am Begriff der Erziehungswissenschaft und ihren antroposophischen Fundamenten sowie eine individuelle Bewertung des Themas diskutiert. Der folgende Vortrag ist als Bemühung zu verstehen, das vielschichtige Thema des antroposophischen Menschenbildes als Basis der Walldorfer Erziehung zusammenzufassen oder einen Überblick zu geben.

Das Wort anthroposophy kommt aus dem Griechischen und ist aus den Worten "anthropos" und "sophia" zusammengesetzt. Anthropos " heißt "Mensch"; der Ausdruck "Sophia" bezieht sich auf Einsicht. Das physikalische Wesen des Körpers ist aus anorganischen und anorganischen Substanzen aufgebaut und wird vom Ätherkörper umhüllt, der ihm Vitalität verleiht und ihn mitformt.

Die physischen Körper gehören zur Mineralwelt, denn nach dem Tode wird sie zu einer Leiche und wird in diese anorganisch-mineralischen Substanzen zerlegt. 5 ] Darüber hinaus kann der physikalische Körper - als nur eines der vier Mitglieder des Wesens - wissenschaftlich untersucht werden, da er für das Auge des Menschen erkennbar ist und durch Angabe von Körpergewicht, Körpergröße, etc. beschrieben werden kann.

Das menschliche Knochengerüst, das ganz den Gesetzmäßigkeiten der Physik unterliegt, bildet den Schwerpunktschwerpunkt des physikalischen Körpers. So würde die innersten Puppen den materiellen Körper repräsentieren, der nächst grössere den Ätherkörper, die dritte Gestalt den Astralkörper und schliesslich die äusserste Pupp den Ego-Körper. Obwohl in jedem Moment "...das Ätherische mit dem physisch-materiellen Kampf simultan für den Lebens- und Wachstumskampf, die Astralseele mit der Ätherseele mit dem Lebendigen für das Aufwachen und Bewusstwerden, das egoistisch-spirituelle mit der Astralseele für Klugheit und Erinnerung"[13], sind nicht alle vier Glieder des Seins einheitlich von Natur aus gebildet, sondern Entfaltungsmöglichkeit erst im Zuge der menschli chentwicklung.

Laut Steiners Worten ist der Körper eines Säuglings zunächst alles, was da ist; Sinneswahrnehmungen können noch nicht auf kognitive Weise aufbereitet werden. In Steiners antroposophischem Menschenbild und damit auch in der waldorfschulischen Erziehung nimmt die Doktrin von Inkarnation und Ka mma, d.h. von Inkarnation und Bestimmung, eine Schlüsselrolle ein. Deshalb liegt die pädagogische Kunst der waldorfschulischen Erziehung darin, diesen unsichtbare Buchstaben zu entschlüsseln und den Prozess der Inkarnation des Kleinkindes zu durchlaufen.

In seinen Bemerkungen zum Themenbereich der Wiedergeburt und des Karmas verweist Steiner nicht auf historische Instanzen der vergangenen Jahre.

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