Atempsychotherapie

Atemtherapie-Psychotherapie

mw-headline" id="Vorgehensweise">Vorgehensweise [Bearbeiten | < Quelltext bearbeiten] Die holotrope Atmung (oder: holotrope Atmungsarbeit, von den gr. holoischen holo "ganz" und trepein "sich selbst richten" oder "gehen", "zur Ganzheit") ist eine von Stanislav Grof erarbeitete Atmungstechnik, durch die man nach Meinung seiner Nutzer in Erfahrungsräume eindringen kann, die für das Bewußtsein allgemein nicht zugänglich sind ( "nonordinary congresszones of consciousness").

Holotrope Atmung wird von den Nutzern als Transpersonale Physiologie angesehen. Das Holotropic Breathwork System setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen: Nachfolgend: Der Prozess, der zwischen 1,5 und 3 Std. andauert, wird durch entsprechend ausgesuchte Musiktitel untermauert. Holotrope Atmung wird oft in Gruppen ausgeführt. Durch eine schnellere und tiefere Atmung (Hyperventilation), gestützt durch eine besondere instrumentale Klangmusik, lassen sich geänderte Bewusstseinsstufen erreichen, von denen er annahm, dass sie dem LSD-Effekt in gewissem Maße nachempfunden sind. So wurden unterschiedliche und auch bestehende technikorientierte und körpernahes Vorgehen in eine Gesamtkomposition integriert.

Dabei wurden die individuellen Erfahrungswerte der Nutzer wie nachfolgend beschrieben kategorisiert: Die holotrope Atmung hat eine starke "Öffnung" und Katharsie. Es wird auch von seinen Nutzern als erzwungener Zugang zur spirituellen Ebene in der psychotherapeutischen und tranzpersonalen Behandlung im Allgemeinen verwendet. Durch die verstärkte Belüftung der Lungen während der Hyperbeatmung wird die Atmung des im Organismus produzierten Kohlenstoffdioxids erhöht.

Laut Brust-Passie [3] (bei sexuell verursachter Hyperventilation) wird die Blutzirkulation im Grosshirn vermindert, während das Limbensystem weniger beeinträchtigt wird, wodurch der Einfluß auf das Erlebnis steigt. Das trifft natürlich auch auf die gezielt induzierte Überbeatmung zu. Eine erklärende Modellierung solcher veränderten Bewusstseinslagen (z.B. durch holotrope Atmung) liegt in der Änderung des so genannten kortiko-striato-thalamico-kortikalen Regelkreises (F. X. Fullenweider; mehrere Publikationen).

Die holotrope Beatmung in einem Klinikum erfordert eine sorgfältige Vorselektion der Beteiligten je nach Indikation. Auch außerhalb der holotropischen Beatmung kann es im Zusammenhang mit Angstzuständen und Angstzuständen zu einer unbeabsichtigten Überbelüftung kommen, die dann von ausgeprägten kardioventrikulären Ängstsymptomen begleite. So können Panikanfälle auch durch Überbeatmung ausgelösen werden. Die holotrope Beatmung betont vielmehr die Tiefenatmung.

Die bei der Atmungsarbeit auftretenden Angstsymptome können aus der Perspektive der Nutzer der holotropen Atmung als "Begleitumstände des Transformationsprozesses" betrachtet werden. Auch während der Trächtigkeit ist eine holotrope Atmung nicht indiziert. Für die holotrope Atmung ist wie bei allen kathartischen Verfahren eine Risikoabschätzung durch den Therapeuten besonders bei Dissoziationsstörungen, psychisch unsicheren Persöhnungsstörungen, komplizierten oder frühzeitigen Traumen und schwerwiegenden strukturellen Defiziten im Sinn von OPD-II vonnöten.

Holotrope Atemarbeiten mit diesen Störungsmustern sollten nur von versierten Therapeuten im Zuge einer starken Holding-Klinikgruppe und nur in gerechtfertigten Ausnahmen durchgeführt werden. 6) Im angelsächsischen Sprachraum war Sylvester Welch besonders an der Ausweitung der holotropischen Atmung mitwirken. Inzwischen gibt es in Deutschland individuelle Psychosomatikkliniken, die unter anderem auch die holotrope Atmung im Zuge der ambulanten Ps.

Dipl.-Ing. B. Jahrsetz: Holotropic Breathwork - Psychotherapy and Spirituality, Stuttgart 1999 (Klett-Cotta).

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