Blutdrucksenkung durch Aderlass

Die Blutdrucksenkung durch Aderlass

die zuvor durchgeführte randomisierte, kontrollierte Aderlassstudie. Die Blutentnahme wird auch Aderlass genannt und ist seit der Antike eine bekannte medizinische Heilmethode. Blutspenden helfen gegen hohen Blutdruck Zu dieser Zeit wurde davon ausgegangen, dass sich mit der Zeit in den Gliedmaßen vermehrt und letztendlich verdirbt. Außerdem würde Aderlass das gesamte körperliche Gleichgewicht wiederherzustellen. Man vermutete nicht nur den "Saft des Lebens", sondern auch das Medium für alle Infektionskrankheiten und Erreger.

Seinen Ärzten wurde als Behandlung ein umfangreicher Aderlass verabreicht; 1,5 l des Staatsoberhauptes wurden zur " Reinigung " seines Körpers von den Erregern abgenommen.

In der Zwischenzeit erleben Aderlass und Aderlass eine Wiedergeburt. Oft in Blutspendeform ausgeführt, weisen einige Untersuchungen eine sehr hohe Effektivität bei Hypertonie auf. Bei einer regelmäßigen Blutprobe von ca. 300 Milliliter konnte der Blutdruck im Durchschnitt um bis zu 16 Millimeter gesenkt werden. Eine reine Aderlassaktion als solche findet heute - jedenfalls bisher - kaum statt.

Zum Glück gab es in letzter Zeit jedoch viele Möglichkeiten zur Blutentnahme. Insgesamt werden dem Spender nach geeigneter Tauglichkeit (ausreichend hohe Hämoglobinwerte und Ausschluß von Infektionskrankheiten wie HIV und Hepatitis) ca. 400 - 500 ml des Blutes abgenommen und wiederverwendet. Mit anderen Worten, es ist im Prinzip ein klassisches Aderlass.

Untersuchungen (u.a. der Charité Berlin) haben nun gezeigt, dass regelmässige Blutproben nach einem Jahr zu einem Rückgang der mittleren Werte von 16 MillimeternHG geführt haben. Damit wurden die festgestellten Wirkungen der antihypertensiven Mittel (insbesondere Beta-Blocker und ACE-Hemmer) zum Teil übertroffen.

Für den prinzipiell angenehmen Einfluss können die Wissenschaftler noch keine exakte Begründung anführen. Ein möglicher Grund für die Blutdrucksenkung ist die Volumenreduktion durch Aderlass. Das niedrigere Speichervolumen bedeutet auch, dass das Herzmuskel weniger Blutdruck aufbaut, um das Fleisch durch den Organismus zu befördern.

Natürlich reduziert die Blutentnahme auch den Gesamteisengehalt des Kreislaufsystems. Als Zentralion im Molekül Hämoglobin ist es für den Transport von Sauerstoff durch den ganzen Organismus zu den unterschiedlichen Gewebetypen unerlässlich. An das Eiweißferritin ist im Blut selbst bindend. Die Wirkung ist ähnlich wie bei der Arteriosklerose: Die Gefässwand wird elastischer und damit weniger elastisch.

Das erhöht den Druck, da sich die Blutgefässe nicht mehr so leicht an eine größere Pumpkapazität des Herzmuskels oder ein größeres Blutvolumen anpaßt. Umgekehrt führt Aderlass zu einem geringeren Eisengehalt, der Oxidationsstress für die Gefässe sinkt und die Gefässe bleiben elastischer, was den Blutdruck senkt.

Patienten mit hohem Blutdruck sollten jedoch niemals die von einem Arzt verschriebenen Medikamente zugunsten einer regelmässigen Blutabgabe auslassen. Obwohl die antihypertensive Wirkung einer regelmässigen Blutabnahme als unbedenklich angesehen wird, fehlt es noch an umfassenden klinischen Untersuchungen, um diese Massnahme als amtliche Therapiemöglichkeit gegen Hypertonie zu ermöglichen. Dennoch scheinen regelmässige Blutspenden eine lebensverlängernde Wirkung zu haben, wie dies gegenwärtig sowohl für den Patienten als auch für den Blutspender der Fall ist.

Mehr zum Thema