Casriel Therapie

Kasriel Therapie

Die Casriel-Therapie wird in der Regel paarweise in größeren Gruppen unter Anleitung und Unterstützung mehrerer Therapeuten durchgeführt. die Idee hinter der Behandlungsform Casriel Bonding Psychotherapy (New Identity Process oder NIP) ist ein Therapiekonzept, das Dan Casriel, ein Physiotherapeut und Analyst, in den 1960er Jahren auf der Basis eines Auftrages des US-Bundesstaates New York zur Zusammenarbeit mit Schwerdrogenabhängigen gegründet hat. Sie wurde in den vergangenen Jahren von Dr. Konrad Stauss, dem ehemaligen Leitenden Arzt der Psychosomatik Bad Grönenbach, auf der Basis der Bonding-Theorie, der modernen Gehirnforschung und dem Prozesserfahrungsansatz von Greenberg (1984) und Elliot (1999) weiter entwickelt und durchgesetzt.

In diesem prozess- und erlebnisorientierten Therapieansatz steht die Erfüllung der grundlegenden seelischen Bedürfnisse nach physischer NÃ??he (Bindung) und psycho-sozialer Oeffnungsfreiheit, Bonding, Selbstbestimmung, Selbstachtung, körperlichem Wohlbefinden, Lebensfreude und -sinn im Vordergrund, die lebenswichtig und neurologisch fundiert sind. In dem Bindungsprozess, d.h. in Casriels sogenannter "Erfahrung der emotionalen Offenheit" in Verbindung mit der physischen Verbundenheit zu einer anderen Person, sollen die Verletzten innerhalb der Verbundenheit zu Erziehungsberechtigten, Verwandten und anderen formenden Personen angeregt und die damit einhergehenden Emotionen, Negativverhaltensweisen, physischen Blockaden und destruktiven Verhaltensweisen durcharbeitet werden.

Auf der tiefsten physischen, emotionalen und sprachlichen Stufe soll in der Behandlungsgruppe ein Kreislauf aus Beziehungssucht, Beziehungsentzündung und Beziehungsabweichung verständlich gemacht und aufbrechen. In der Regel wird die Casriel-Therapie zu zweit in grösseren Gruppierungen unter der Leitung und Betreuung mehrerer Behandler durchführt. Eine Partnerin ist ein Kunde, die andere eine Begleiterin. Die Kundin liegt auf einer Rückenmatte, der Gefährte liegt auf ihr.

Die Kundin fühlt sich in sich selbst hinein und lenkt ihre Konzentration auf ihre eigenen Bedürfnisse. Sie nennt steigende Emotionen ("Ich habe Angst"). Die Begleiterin bittet ihn, diesen Text stärker zu sagen und hilft ihm, auf seine Empfindungen und deren Veränderungen aufmerksam zu sein. Die Kundin macht das Erlebnis immer leiser ("I'm FANCED! - fuck scared! Reality" ), bis sie ganz mit diesem Erlebnis gefüllt ist und/oder das Erlebnis aufhört und einem anderen Erlebnis Platz gibt.

Es findet ein charakteristischer emotionaler Prozess statt, von Furcht, über Zorn, Scham, Schmerzen, Trauer, bis hin zu Lebensfreude, Glücksgefühlen und liebevoll-erotischen Emotionen. Sie werden in der Therapiegemeinschaft praktiziert und gestärkt. Inwieweit man mit gegenseitigem Halt (Bindung), mit anderen körperkundlichen Verfahren oder im Zuge der Anpassungsgruppe arbeitet, ist abhängig von der Integrationsleistung des jeweiligen Kunden.

Im Rahmen der Therapie einer grenzwertigen Persönlichkeitsstörung gilt die Bindung als völlig gegenstandslos. Psychoanalytisch gesehen ist die Hauptkritik an der Bindung, dass nicht klar ist, wie die emotionalen Intensiv-Erfahrungen auf der Liegematte in den Alltagsleben oder in die weitere Therapiearbeit eingebunden werden können. In seinen Publikationen weist Dan Casriel darauf hin, dass viele Patientinnen und Patientinnen ("nicht alle") nach einer Bindungstherapie eine individuelle Therapie benötigen.

Unterschiedliche Bindungstherapeuten haben die Bindung weiter entwickelt und mit anderen Behandlungsformen wie Psychodrama, Gestalt-Therapie, transaktionaler Analyse und psychoanalytischer Analyse kombiniert. Linzenz: Dieser Beitrag steht unter der GNU Free Documentation License und verwendet Material aus dem Wikipedia-Artikel Einbinden.

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