Dickes Blut Aderlass

Dichtes Blutvergießen

Im Volksmund wird die Blutspende auch als Aderlass bezeichnet. Polyglobulia: Zu viele Blutzellen bilden dickes Blut. Polyglobulia oder Rötung (Erythrozytose) ist eine abnormal gesteigerte Zahl von Blutzellen verschiedener Ursachen. Beim Mann 4,8-5,9 Millionen/µl Blut und bei der Frau 4,3-5,2 Millionen/µl Blut. Der Überschuss an Ererythrozyten führt jedoch zunächst zu einer erhöhten Sauerstoff-Transportkapazität, aber eine solche Polyglobulia (griechisch: multi = viel, lateinisch: kugelförmig;

Erythrozytose) hat letztendlich auch nachteilige Folgen, insbesondere für den Durchfluss.

Beim Polyglobulismus gibt es im Verhältnis zum Plasma (flüssiger Teil des Blutes) sogar zu viele Blutzellen. Eine relative Polyglobulia (Pseudopolyglobulia) ist dagegen in Wirklichkeit ein Mangel an Flüssigkeit (z.B. Austrocknen des Organismus durch erneutes Brechen, massiven Durchfall oder starke Verbrennungen), so dass das Zell-Plasma-Verhältnis nur im Sinn einer Rötung geändert wird.

Ein solcher "gefälschter" Polyglobulismus kann auch in Stress-Situationen vorkommen ("Stress-Polyglobulismus"). In absoluter Polyglobulismus wird zwischen einer Primär- (keine erkennbare Ursache) und einer Sekundärform unterschieden. Ein primäres Polyglobulium entsteht durch eine ungesteuerte Proliferation von hämatopoetischen Zellen (hämatopoetische Stammzellen) im Rückenmark, aus denen sich wiederum Blutkörperchen, Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Blutplättchen (Thrombozyten) ausbilden.

Allerdings gibt es auch eine autosomal dominant vererbbare Krankheitsform, die in der Regel unbedenklich ist, d.h. keine bösartige, familiär bedingte Primärpolyzytose (kongenitale Primärzytose). Dies ist der Falle bei Nieren ("nephrogene Polyglobulia") oder Krebs ("paraneoplastische Polyglobulia"). Dies führt zu einer Polyglobulia mit Platzbedarf in der Leber (z.B.

Paraneoplastisches Polyglobulia kann durch ektopische (anderswo als normal) Erythropoietinbildung bei Nieren-, Leber-, Eierstock- oder Lungenkarzinom entstehen. Eine Eisenüberlastung des Körpers im Zusammenhang mit der Hemochromatose (Eisenspeicherkrankheit) kann auch mit einer Polyglobulia assoziiert werden. Außerdem: Im sportlichen Bereich wird Erythropoietin manchmal für die beabsichtigte Steigerung der Anzahl der Erythrozyten missbraucht (Doping), um eine Steigerung der Leistungsfähigkeit durch Steigerung dieser Sauerstoff-Träger zu erwirken.

Zuviele im Blut enthaltene Lymphozyten steigern die Zähflüssigkeit (Zähigkeit). Der Blutfluss verläuft langsam bis zu einer lokalen Stasis (Stauung, Stagnation). Außerdem muss das Herzmuskel stärker arbeiten, um gegen den höheren Fließwiderstand zu pumpt. Andere typische Anzeichen einer Rötung sind Gesichtsrötung ("blühende" Hautfarbe) oder Zyanose (Zyanose: blaue Verfärbungen der Haut/Schleimhäute), Kopfweh, Tinnitus, Benommenheit, evtl. auch Kurzatmigkeit, visuelle Störungen, Juckreiz und psychologische Beschwerden wie Irritationen, Konzentrationsschwierigkeiten oder Depression.

Bei der Bewertung einer Polyglobulia kommt der labordiagnostischen Diagnostik eine zentrale Bedeutung zu. Dies ermöglicht oft eine bestimmte Unterscheidung, die die Ursache der Rötung sein kann. Während bei einer relativ kleinen Polyglobulia mit Ausnahmen des reduzierten Plasma-Volumens alle erwähnten Größen bei reaktiver oder nephrogener Rötung ganz normal sind, tritt ein ganz normales Plasma-Volumen mit einer Zunahme der Rötung der Rötung, des Blutgerinnsels und des Hämoglobins auf.

Ein reaktives Polyglobulia unterschiedet sich von einem nephrogenem durch ein reduziertes P2. Im Falle einer Polyglobulia muss auch die Grundkrankheit geklärt werden. Falls keine Ursachen für Polyglobulien festgestellt werden können, muss die Wahrscheinlichkeit einer Polyzythämie in Betracht gezogen und eine Knochenmarkpunktion eingeleitet werden. Die Polyglobulia benötigt nur eine angemessene Versorgung mit Flüssigkeiten (Elektrolytlösungen, Plasmaexpander) zur Verdünnung (gezielte Blutverdünnung), während die absolute Polyglobulia eine Behandlung der zugrundeliegenden Krankheit voraussetzt.

Reicht dies nicht aus, um die Blutverdickung zu eliminieren und die Strömungseigenschaften des Bluts zu normieren, wird eine Aderlass-Therapie zur Verringerung der Anzahl der Erythrozyten durchgeführt, bei der in regelmässigen Zeitabständen eine gewisse Menge Blut entnommen und durch eine intravenös verabreichte Flüssigkeit abgelöst wird. In Polycythämie werden neben Aderlass, Antikoagulantien (medizinische Blutverdünnung), Chemotherapien oder Bestrahlung und in seltenen Fällen Knochenmarktransplantationen eingesetzt.

Die Polyglobulia, die durch einen Aufenthalt in der Höhe verursacht wird, bedarf in der Regel keiner Vorkehrungen.

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