Fasten Yoga

Nüchtern Yoga

Er kannte Yoga nur vom Hörensagen. Der Yoga unterstützt auf einzigartige Weise das funktionelle Gleichgewicht aller Körpersysteme. Day 0: Fasten ist großartig - sagt Franz S. Moesl.

Er hat noch nie zuvor gefastet. Yogakenntnisse hatte er nur vom Gerüchte. Bevor Stephan Bartels sich für eine ganze Weile für Fasten-Yoga einschrieb - und begann, von einem Schnitzel zu trinken. Fasten, sagt Franz S. Moesl, entgift den Organismus, befreit ihn von außen, kann ihn euphorisieren, fröhlich machen und ist im Groben genommen überhaupt großartig.

Dabei soll Yoga, so Franz S. Moesl, Stress reduzieren, den Weg ins eigene Zentrum ebnen, psychologische Schwierigkeiten überwinden und ist überhaupt großartig. In drei Metern Entfernung von Franz S. Moesl auf einer Decke, 29 weitere Menschen um mich herum, und das kann ich nicht mit dem besten Willen ausmachen. Doch ich werde erfahren, was die Verbindung von Fasten und Yoga anrichtet.

Vielen Dank an Franz S. Moesl. Er ist Yogalehrer und gibt Unterricht, in dem man seinen eigenen vierbeinigen Partner trainiert und gleichzeitig nichts ißt. In meinem mit Zivilisationsmüll gefüllten Leib bin ich gespannt, wie ich mit dieser extremen Situation des Fastens und des Yoga zurechtkomme. "Es sind Dutzende ", macht Franz gleich zu Anfang deutlich. Er ist etwa 1,75 m groß, sein Leib eng, seine grauen Haar und Raspelkurze, Asket, er ähnelt einem Bilderbuch-Mönch aus einem tibetanischen Stift.

Er hat Yoga in Thailand und Indien gelernt. Mal schauen, ob dieser Mann mich mit seinem Fastenprogramm von Giftstoffen befreien kann. Derjenige, der ihn aufgreift, sollte sich vorzustellen und seine Vorstellungen von der Fastenwoche ausdrücken. Endlich murmle ich selbst etwas über "Mal sehen" und "überraschen" und würfle den Stein zu Ute aus Bremen.

Franz gibt später eine kleine Einleitung in das Fasten und seine Auswirkungen. Doch das scheint sinnvoll zu sein: Nur ein entleerter Verdauungstrakt verspricht kein Gefühl des Hungers und bietet Schutz vor Kopfweh und Ermüdung während des Fastens. So stelle ich mich eine knappe Stunden später, nach der ersten Yogastunde, vor dem Ort an, an dem das Glaubersalz abgegeben wird, das mich von innen auf den Kopf stellen soll.

Doch nach einer einstündigen Yogastunde komme ich mir etwas frischer vor, und auf körperliche Trägheit kommt mentale Trägheit - mit der ängstlichen Frage: Was wird erst in den kommenden fünf Tagen passieren? Es gibt ein dichtes tägliches Programm zwischen den einzelnen Teegebieten, drei Mal am Tag Yoga, am Mittag eine Ausflug. Wenn ich mich geschlagen fühlte, hatte ich ein kleines Bauchloch.

Bei 12 Uhr gibt es zum ersten Mal Naschsuppe. Es geht so: Gemüsesorten werden ungesäuert in einen Behälter mit Trinkwasser gegeben. Gegen sieben Uhr machen wir Yoga auf dem Meer, neben vier Anglern, die stillschweigend ihren Nachtfang aus den Moskitonetzen holen und unseren Blick nicht schätzen. Und nach der Fast-Suppe rief mein Vater an:

Da ich schon immer sein Musterbeispiel war, hatte er sich gerade eine Spargeldose zugelegt, sie entsorgt und das Trinkwasser austrunken. Der Franz gibt den Ton an. "Dann gehen wir in die Vierbeinerposition, streckt den rechten und linken Körperarm aus, "fühlt euch in der Diagonale".

"Lasst eure Herzen los", sagt Franz mit einer monotonen Ansprache. Wir sind eine zeitgemäße Anziehungskraft in der atemberaubenden Landschaft von Sellin: Vier Mal machen wir Yoga am Ostsee-Strand. Man ruht in sich selbst. Am Abend gibt Franz Tipps für die Bautage. Ein ernüchterndes Gefühl: Mein wahres Ich muss noch ein paar Tage auf mich einwirken.

Neben den vier Liter des Wassers, das ich jetzt ohne Mühe einen Tag lang getrunken habe. Es fühlt sich an, als wäre mein Magen leer. Der anschließende Yoga ist heute einfach, es ist, als ob ein Knopf gedrückt worden wäre - die Übungen sind jetzt flüssig und nicht mehr abgeschnitten, ich atemlose tiefe und gleichmäßige.

Gegen Mittag, sagt Franz, wandern wir in den Zickerbogen, etwa zwölf Kilometern von unserem Hostel aus. Abends überspringen wir das Yoga. Mit dem Fasten könnte ich weitermachen. Mit jedem weiteren Fasttag rücken die zwei bis drei kulinarischen Langweiligen Tage in den Hintergrund. Deshalb bin ich dabei, das Fasten zu unterbrechen.

Doch vorher hat Francis das Spiegelbild geschaffen. Unsere Yogameisterin erzählt, wie Yoga "dir die innere Energie geben kann, dein eigenes Schicksal zu bestimmen", was notwendig ist, weil "das ganze Jahr über alles in Ordnung ist - die Zeit nutzen und genießen", und "das Fasten erweitert den Horizontrahmen, durchbricht Kreativitätsblöcke.

Man sollte die Gelegenheit ergreifen, die uns die Zeit nach dem Fasten jetzt gibt. Dieses Yoga macht mich agiler, flexibler, schlanker, fitter. Es ist so viel einfacher und lockerer, wenn all diese zeitraubenden Programmpunkte ganz unkompliziert unter den Schreibtisch kommen. Dann fastete ich, ich machte Yoga. "Mögen diese Äpfel dein ganzes Herzen erreichen", sagt Franz, "damit du deinen Weg im täglichen Brot finden kannst."

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