Gardenia Acetal

Gartenlacetal

Dem betörenden Duft von Gardenien (Gardenia jasminoides) wird eine ebenso starke Wirkung nachgesagt wie Beruhigungspillen (Barbiturate) und Hypnotika (Propofol). Das Gardenienöl hat einen intensiven, süß-blumigen Duft, der sehr angenehm und beruhigend ist. Gardenienöl ist eines der wertvollsten Öle der Welt.

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Anstelle von Schlaftabletten oder Stimmungsaufhellern könnte auch eine Jasminnase von Gardenia jasminoides helfen: In Zusammenarbeit mit Dr. Olga Sergeeva und Prof. Helmut Hass von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf haben Wissenschaftler aus Bochum unter der Leitung von Prof. Hanns Hatt herausgefunden, dass die beiden Riechstoffe Vermacetal-Coeur (VC) und die Chemikalie ( "PI24513") den selben Molekularwirkungsmechanismus haben und ebenso wirksam sind wie die vielfach verordneten Grillsäurepräparate oder Permutin.

Die Unterscheidung zwischen lindernder und hypnotisierender Wirksamkeit ist allein von der Dosis abhängig. Beruhigend wirkende Substanzklassen sind unter anderem Alkohole, Grippemittel, Opiate und seit den 1950er Jahren Benzedriazepine, die heute zu den am meisten verschriebenen Arzneimitteln sind. Benzedrin, Barbiotrope und Anästhetika wie z. B. Proofol agieren über bestimmte Adhäsionsstellen an Empfängern an den Kontaktpunkten von Nervenzelle ( "Synapsen") im Hirn und erhöhen die Wirksamkeit des hauseigenen Hemmkurators GABA (Gamma-Aminobuttersäure).

Für eine solche Wirkungsweise wie GABA müsste man die Wirkstoffe sehr hoch dosieren, aber noch kleinere Dosen würden ausreichen, um die Wirksamkeit der eigenen GABA zwei- bis dreimal zu erhöhen. In einer großen Screening-Studie haben die RUB-Forscher nun mehrere hundert Düfte auf ihre Wirksamkeit auf humane und mausähnliche GABA-Rezeptoren untersucht.

Am wirkungsvollsten waren die beiden Parfüms Vertacetal-couer (VC) und die Chemievariante (PI24513): Sie konnten die GABA-Wirkung um mehr als das Verfünffache erhöhen und haben damit eine ähnliche Wirkung wie die bisher bekannter Arznei. Der " Cross-Check " mit gentechnisch modifizierten GABA-Rezeptoren bei gentechnisch nicht mehr auf Proofol reagierenden Tieren bestätigt den gleichen Wirkmechanismus: Auch der modifizierte Empfänger hat nicht mehr auf die Aromastoffe reagiert.

Verhaltenstests an MÃ??usen im Technikum von Prof. LÃ?bbert, Lehrstuhl fÃ?r Tierschutz an der RUB, haben dann die letzten Bedenken an den Eigenschaften von Duftstoffen als Beruhigungsmittel ausgerÃ?umt. Eingespritzt oder eingeatmet, wirkten die Gerüche beruhigend: In einem Acrylglaskäfig, dessen Atemluft eine große Menge des Geruchs beinhaltete, stoppten die Tiere alle Aktivitäten und setzten sich leise in die Kurve.

Die elektrophysiologischen Untersuchungen an Neurosen aus den für den Schlaf-Wach-Rhythmus zuständigen Hirnarealen ergaben, dass der GABA-Effekt auf die "schlafaktiven" Neurotransmitter zellen durch die Düfte verstärkt wurde. "â??Wir haben eine neue Kategorie von GABA-Rezeptor-Modulatoren gefunden, die sowohl parenterally appliziert als auch ausgeatmet werdenâ??, sagt Prof. Hatt. "Durch die Änderung der biologischen Zusammensetzung der Geruchsmoleküle werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun bestrebt sein, noch bessere Effekte zu erreichen.

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