Geschichte der Musiktherapie

Vorgeschichte der Musiktherapie. Einleitung.

Vorgeschichte der Musiktherapie. Schon sehr früh wurde die musizierende Magie bei Heilungsritualen eingesetzt und wird heute in vielen Kulturkreisen, z.B. bei den Tuaregfrauen, eingesetzt. Wir kennen den Einsatz von Klangmusik zur Heilung: Zu den längsten Zeugen zählen die 42 Tempyrhythmen, die Enchuanna, Tocher des argonischen Königes von Akad, etwa 4200 Jahre v. Chr. verfasst hatte und mit denen sie die Kranken behandeln konnte.

Ägyptische Papyrusrollen von 1500 v. Chr. beschreiben die Auswirkungen der Blasmusik auf den Menschen. Plato schildert in seinem Werk „Der Staat“ die Auswirkungen der unterschiedlichen Skalen auf den Geist der Menschen und gibt Anweisungen, wann und welche Schlüssel zu verwenden sind. Auch Pythagoras (um 500 v. Chr.) und Aristoteles (um 350 v. Chr.) leisteten einen wichtigen Beitrag zur Musikwirkung.

Hervorragend untersucht hat Herophikos (ca. 296 v. Chr.) den Zusammenhangs zwischen dem Hören von Musik und dem Pulsschlag des Menschen. Der griechische Gelehrte hat die musiktheoretische Literatur des Mittleren Alters bis in die Moderne geprägt. Der Kranke, von dem man annimmt, dass er von einer Vogelspinne gestochen wurde, wurde die Pizzica oder Pizzica rezitiert, die übrigens auch heute noch in Süd-Italien spielt und zum volkstümlichen Musikerbehört.

Der Astrologe und Musikologe (diese beiden Fachrichtungen waren damals sehr ähnlich ) Marsilio Ficino beschrieb im sechzehnten Jh. die Bedeutung eines ausgeglichenen Leben für die Seelengesundheit. Im Jahr 1875 verfasste der Franzose Hector Chomet ein Werk über die Auswirkungen der musikwissenschaftlichen Erkenntnisse, vor allem über epileptische Krampfanfälle. Mit der Eröffnung eines Psychologielabors in Leipzig 1879 begann Wilhelm Wundt (1830-1920) die psychologische und musikpsychologische Erforschung.

In der Nachkriegszeit entwickelten sich die vier modernen Musiktherapiebereiche: Heilpädagogik, Psychotherapie, ärztliche und anthroposophische Musiktherapie. Das hat damit zu tun, dass die Einführung der Heilkunde diese Fachrichtung im neunzehnten Jahrtausend in den Vordergrund gerückt hat. Eine weitere Ursache könnte sein, dass der Familienvater der psychoanalytischen Forschung, Sigmund Freud, keine Texte der Musiktherapie widmete, da er selbst nicht in der Lage war, die Wirkung der musikwissenschaftlichen Erkenntnisse auf ihn zu ergründen.

Die Musiktherapie beeindruckte Carl Gustav Jung und empfohlene Noten als unverzichtbaren Bestandteil jeder Untersuchung. In den USA konnten nach dem Zweiten Weltkrieg die ersten wissenschaftlichen Studiengänge in Musiktherapie absolviert werden. Seither hat sich die Musiktherapie verhältnismäßig rasch durchgesetzt. Die Musiktherapie in den USA wurde in den 1960er und 1970er Jahren als Bindeglied in der Bewegungstherapie angesehen.

Die Musiktherapie wurde 1973 in Italien von Physikern und Ärzten der Mailänder Universitäten wie Marcello Cesi-Bianchi und Loredano M. Lorenzetti durchgeführt. Dennoch gilt die Musiktherapie nach wie vor als eine Fachrichtung, die über eine unzureichende wissenschaftliche Grundlage verfügt und daher nicht ernst genug ist. Deshalb wurden in den 1980er und 1990er Jahren Verfahren zur Darstellung der musiktherapeutischen Tätigkeit aufgesetzt.

Neuere langfristige Studien haben gezeigt, dass der Musikunterricht Schülern helfen kann, die regelmäßig Musiktitel machen, soziales Verhalten fördern, den IQ stärken, Konzentrationsschwächen ausgleichen und in der Schule gute Leistungen erbringen, im Unterschied zu Schülern, die keine Musiktitel machen.

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