Handlesen

Handwerkskunst

Handlesen: Haben wir die Zeit für die Zeit? Ist unsere Zukunftsperspektive vor 21 Stunden in unseren Händen liegt? Bei einem Experiment werden drei Probanden von einem erfahrenen Handleser ihre Handflächenlinien durchsucht. Aus Indien kommt die Handlesekunst - mit den Chinesen und Romas verbreitete sie sich nach Europa. Obwohl das Handflächenlesen auch eine Art Spaß ist, fungiert es vor allem als Orakel.

Vor allem die rechte Seite hat für Roma eine große Relevanz. Daraus können sie vermeintlich die Geschichte, das Gegenwärtige und das Zukünftige nachlesen. Noch heute werden die Spielregeln des manuellen Lesens von Generierung zu Generierung weitergereicht. Die Münchnerin Edith Steller meistert die Zigeunermethode des Handlesen und Auslegens. Das Statement des Handlesers sollte nicht durch die Bekleidung oder das Erscheinungsbild der Probanden beeinflußt werden.

Sie kann die Kandidatinnen nur mit Hilfe von verschiedenfarbigen Armbändern auseinander halten. Anschließend betrachtet sie den Ablauf, die Intensität und Verzweigung der Zeilen auf der Handfläche. Man kann auch vermeintlich den Zustand von Krankheit und Krankheit lesen. Ist unser ganzes bisheriges Verhalten in den Handflächen vermerkt? Gelingt das Arakel, sollten sich die Probanden in den von ihnen durchgeführten Untersuchungen klar erkennen.

Diese drei Auswertungen werden auf alle drei Bewerber verteilt. Wählt jeder die Bezeichnung, die mit der eigenen Handschrift erzeugt wurde? Jede der Kandidatinnen und Kandidaten betrachtet sich als praxisbegabt, ist überzeugt, ehrgeizig zu sein, schöpferisch zu sein und erhofft sich einen positiven beruflichen Wandel. Es handelt sich um sehr allgemeine Untersuchungen. Also ist die Handlesekunst nur Hokuspokus?

Die Handflächenlinien haben für die Wissenschaft keine geheimnisvolle Aussage. Der Doktor bestimmt die Linie und nicht ein eigenes Aas. Sie hat ihre eigene Deutung, warum der Versuchsablauf gescheitert ist: Für sie waren die Kandidatinnen so gleich, dass sie gar Geschwister sein könnten. Das Handlesen und damit das offensichtliche Wissen um die eigene Entwicklung ist für manche Menschen eine Hilfe im Leben.

Es sind nicht die Handlinien, die unser Handeln bestimmen, sondern unsere eigenen Entscheide und Handlungen. In diesem Sinne ist alles in unseren Händen.

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