Heiler in Deutschland

Heilpraktiker in Deutschland

Ordensleute im medialen Mehrsprachigkeit in Deutschland Diese und auch die chronischen Krankheiten, psychischen Beschwerden und Therapiefehler der Ärzte wirkten sich auf die Gesellschaften aus, auf die die Religionsheiler antworteten. ROBERT JÜTTE (Stuttgart) hat sich in seinen Erläuterungen auf die Heilertradition der Ordensleute und Geistlichen in Deutschland konzentriert, mit knappen Hinweisen auf die Frühneuzeit, das XIX. und XX. Jh. und machte klar, dass es lange vor der esoterischen Welle der 70er Jahre weit verbreitete heimatkundliche Heiltraditionen gibt.

Jütes Bemühen um eine sozialhistorische Klassifizierung dieser Praxen machte eindrucksvoll deutlich, wie weit sie in allen Gesellschaftsschichten weit gestreut waren - sowohl von der Anbieterseite als auch von der Kundenseite her. Der von ANITA CHMIELEWSKI (Itzehoe) geleistete Heilungsbeitrag in Oberschwaben befand sich an der Nahtstelle von Vergangenheit und Zukunft und stellte damit einen angemessenen Übertritt zum Heilwesen im heutigen Deutschland dar.

In den 1980er Jahren berichtet Chmielewski über ihre ethnographische Feldarbeit und konnte so zeigen, dass sich die spirituelle Heilung in einer ländlichen Gegend auch in der postmodernen Zeit lange Zeit als gemeinsame Heilpraxis behaupten konnte. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erhalt des Heilungssystems war die Verfügbarkeit eines unter der Erdoberfläche arbeitenden Telekommunikationssystems innerhalb der dörflichen Gemeinschaft.

MICHAEL TEUT (Berlin) sowie Floorian Jeserich (Mülheim) und BARBARA STÖCKIGT (Berlin) verwiesen in ihren Bemerkungen auf ein Forschungsvorhaben zu Religionsheilbehandlungen in Deutschland, bei dem sowohl qualitativ hochwertige Befragungen als auch teilnahmen. Laut Michael Teut waren die langfristigen Heilungserfahrungen der Klientinnen und Klientinnen vor allem durch generelle Entspannungsformen, Wellness und gute Gefühle geprägt.

Die Heilpraktikerin Barbara Stöckigt betonte das Verhältnis zwischen Heiler und Patient als wesentlichen Baustein des Heilungserfolgs. Diese Grundlage ermöglicht es dem Heiler, eine übersinnliche Macht als Vermittler zwischen den beiden zu beschwören und sie zur Genesung zu nutzen. Stöckigt hat hier den Begriff der radialen Körperempfindung eingeführt, der es dem Heiler ermöglicht, zu spüren, was der Kunde auch fühlt.

Florian Jeserich beschäftigte sich auch in seinem Vortrag zum Werk der geistlichen Genesung mit der Überlegenheit. Nach seinen Erklärungen sind es nicht die Heiler, die die Genesung selbst durchführen, sondern eine überirdische Kraft des Handelns. Am Beispiel eines norddeutschen Heilpraktikers wurde gezeigt, dass der Heiler nur als Mediator fungiert.

Die Vorträge von HARALD WALACH (Posen) und MICHAEL UTSCH (Berlin) beschäftigten sich mit der komplexen naturwissenschaftlichen Untersuchung der spirituellen Heilung. Anhand diverser ärztlicher Untersuchungen verdeutlichte Walach, dass die verfügbaren Daten über die Auswirkungen der mentalen Heilung nicht unzweideutig sind. In seinen Beiträgen widmete sich Michael Utsch aktuellen Erkenntnissen der psychotherapeutischen Praxis.

Seiner Meinung nach hat das 1999 in Inkrafttreten befindliche Psychotherapie-Gesetz, das nur zwei Leitverfahren anerkennt, dazu beigetragen, einen großen Absatzmarkt für alternative Therapie-, Coaching- und Beratungsangebote in Deutschland zu schaffen. In ihrem Vortrag ging BARBARA WOLF-BRAUN (Frankfurt am Main) auf die moralischen Gesichtspunkte der spirituellen Heilung ein. Sie kam in ihrem Resümee zu dem Schluss, dass einerseits der Betroffene letztlich über den Therapieerfolg zu befinden hat und andererseits nur Menschen, die die Effektivität ihrer Massnahmen wirklich beurteilen können, aber auch ihre eigenen Begrenzungen erkennen, eine Heilung suchen sollten.

Die Vorlesung von WOLFGANG MALY (Bochum) gab einen spannenden Überblick über die Anwendung der spirituellen Heilung. Zum Beispiel betonte er auch die Bedeutung der Heiler-Klienten-Beziehung und zeigte immer wieder, wie bedeutsam der gute Glauben des Kunden für den Heilungserfolg ist. Den Veranstaltern ist es sehr gut gelungen, eine aussagekräftige, fachübergreifende Vortragsmischung zu entwickeln, die viele verschiedene Bereiche der spirituellen Heilung in Deutschland abdeckte, aber alle in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen konnten.

Zum Beispiel war nicht immer ersichtlich, warum von "religiöser", "spiritueller" oder "spiritueller" Heilung die Rede war. Tagungsübersicht: Anita Chmielewski (Itzehoe): Heilwesen in Oberschwaben. Barka Wolf-Braun (Frankfurt am Main): Eigenverständnis der Geistheiler in Deutschland.

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