Hinduismus

Hinduismus

Der Hinduismus ist ein Sammelsurium ganz unterschiedlicher Überlieferungen, daher gibt es keine für alle gleich verbindliche Lehre. Im Mittelpunkt steht jeder der bedeutendsten geistlichen Schriften, die darauf basierenden Doktrinen, der entsprechende Gründer sowie die Ideen Gottes und Bräuche. Der Hinduismus war dem Einfluß islamischer Gedanken während der muslimischen Herrschaft in Indien unterworfen, und es entwickelten sich neue Kirchen. Bei der Besiedlung durch die Briten wurde das europäische Denken von vielen Richtungen beeinflusst (Neo-Hinduismus). Der Hinduismus hat drei grundlegende Traditionen, die von der höchsten und am meisten verehrten Göttin abgeleitet sind:

Vishnuism - Anbetung des Götters Vishnu mit seinen Menschwerdungen, unter anderem Krishna und Rom, Shivaism, verwandt mit Gott Schiwa, während im Shaktism, die Müttergöttin in unterschiedlichen Ausprägungen, wie Durga, Parvati, Cali usw., im Mittelpunkt steht. Diese unterschiedlichen Überlieferungen basieren weitgehend auf den "Puranas", einer Reihe von Schriften, die eine dieser Göttinnen im Mittelpunkt als die höchsten betrachtet.

Es gibt weitere Unterschiede in den einzelnen Richtungen hinsichtlich der Interpretation der Grundtexte, der "Veden" und "Upanishaden", sowie hinsichtlich der Philosophie und der diversen Glaubenspraktiken. Verehrung des Himmlischen in verschiedener Form ist eines der bedeutendsten Merkmale der hinduistischen Religion. Eine gewisse Manifestation von Gott, im Mittelpunkt, die "Ishvara" oder "Ishtadevata".

Jeder dieser Götter kann in unterschiedlichen Arten unter unterschiedlichen Bezeichnungen angebetet werden. Am höchsten aber, auf das alle Arten zurückgreifen, ist das unveränderliche, unveränderbare Absolut, der "Brahmane". Vishnu oder einer seiner "Avatare" (Inkarnationen) ist "Brahman"; für Shaktas ist es die Schakti (oder Devi), die Gottheit, während Shivaites sie als die Höchsten betrachten.

Die Hindus gehen also davon aus, dass trotz der äußerlichen Verschiedenheit am Ende nur ein einziger Gott angebetet werden soll. Doch auch hier gibt es essentielle Differenzen in den Philosophien: Befürworter einer einzigen Weltanschauung ("Advaita", "Nicht-Dualität") verstehen alle Gottheiten gleichermassen als unterschiedliche Erscheinungsformen des "Brahmanen". Andererseits halten Nachfolger anderer Denkrichtungen ("Dwaita", "Dualität") ihren Lieblingsgott, z.B. Krishna, für den höchsten "Brahmanen", und alle anderen Gottheiten für minderwertige geistige Wesen, die von ihm abhängig sind.

Ein wichtiges Beispiel, mit dessen Unterstützung Hindus ihren eigenen Weg in dieser Verschiedenheit suchen, ist der Meister, der geistige Dozent. Welches Lebewesen, in welches Umfeld oder in welche äußere Situation man geboren wird, ist abhängig vom "Karma", den Konsequenzen vergangener Tat. Wenn für einige "Karma" das einzige essentielle Moment ist, trifft man in anderen Strömen auch den Begriff der Anmut, nach dem ein Mensch nach dem göttlichen Wille befreit werden kann, und zwar ungeachtet des "Karmas".

Aber es gibt keinen universellen Gesetzesgeber und keine für alle gleich bindenden Rechtsvorschriften. Die einzelnen Texte liefern wichtige Informationen über die Lebensweise. Charakteristisch für hinduistische Religion ist die hierarchische Ordnung der Gesellschaften mit ihrem Kastensystem. Auch wenn viele Texte die Zuordnung zu den unterschiedlichen Kaste beschrieben, ist diese Klassifizierung weniger eine Frage des Glaubens als ein Modell der Gemeinschaft, das auch im Alltag anderer religiöser Gemeinschaften des Subkontinents zu sehen ist.

Eine wesentliche Komponente im Hinduleben ist die Gastfamilie. Es gibt die sogenannten "Sannyasin"-Mönche, die sich für ein Ordensleben in asketischer Weise entscheiden. Im Grunde genommen ist ein Verzicht und ein Ausstieg aus der Gesellschaft aber erst in der Endphase des Lebens geplant, nachdem alle familiären Pflichten erfullt sind. Nach heutigem Wissen sind im Hinduismus nicht mehr alle gleich, deshalb bezeichnen sie viele Texte als Helferinnen der Männer.

Das Hinduideal der "Einheit in der Vielfalt" kommt bereits in den volkstümlichen Versen der jahrtausendealten "Veden" (älteste Schriften des Hinduismus) zum Ausdruck:

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