Hunger

Verhungern

Der Hunger ist ein Mangel an Nahrung. Unter Hunger versteht man auch eine subjektiv wahrgenommene körperliche Empfindung. Die Beseitigung von Hunger und Unterernährung ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Nahezu jeder neunte Mensch auf der Welt hungert.

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Der Hunger ist ein Nahrungsmangel. Unter Hunger versteht man auch eine empfundene Körperempfindung. Hunger ist ein körperliches, gesellschaftliches, sozialpolitisches, historisches, soziologisches, historisches, aber auch ökonomisches Erscheinungsbild, das je nach Blickwinkel verschieden sein kann. Bei der Hungerstimulation geht es darum, die Nährstoff- und Energieversorgung des Körpers ausreichend sicherstellt.

Das Gefühl des Hungers wird unter anderem durch neurotransmitterische Stoffe gesteuert, die im hypothalamischen Bereich gebildet werden. Der Hunger ist ein alltägliches Gefühl, das von der Lust auf Essen geprägt ist. 1 Dies kann aber auch den permanenten Zustand des Hungers oder ein ganzes Lebens beinhalten, in dem man nicht das hat, was notwendig ist, um sich zu nähren.

Darüber hinaus kann unter Hunger auch der sachliche, körperliche Hungerstatus des Organismus bei Nahrungsmangel oder Fehlernährung gemeint sein. Bei der Regulierung von Hunger und Übersättigung beim Menschen handelt es sich um einen sehr komplexen Vorgang, an dem eine Vielzahl von Einflussfaktoren beteiligt sind. Für die Entwicklung des Hungerstimulus ist die Höhe des Mageninhaltes nicht entscheidend. Bei diesen Zusammenziehungen knurrt der Magen, was als akkustisches Hungersymbol aufzufassen ist.

Von Hunger zu differenzieren ist der Hunger, der kein physisches, sondern ein psychologisches Problem ist. Andererseits kann Appetitverlust dazu beitragen, dass trotz Hunger nicht mehr gegessen wird. Der Hunger kann durch eine Anhebung des Serotoningehalts synthetisch "abgeschaltet" oder wenigstens reduziert werden. Weil Hunger jedoch durch eine Fülle von Einflussfaktoren hervorgerufen und beeinflußt wird, kann er nur zum Teil durch Eingriff in ein Steuerungssystem unterdrückt werden.

Die Heißhungerattacken unterscheiden sich von den gewöhnlichen Heißhungerattacken durch den plötzlichen Beginn eines dringenden Verlangens nach einer sofortigen Nahrungszufuhr, der manchmal von körperlichen Symptomen wie Erschütterungen und Schweißausbrüchen begleitet wird. Oftmals gibt es einen starken Wunsch nach Süßigkeiten oder gewissen Lebensmitteln, was mehr wie ein Hunger als wiegt. Noch heute müssen die Menschen in einigen Regionen der Welt damit gerechnet werden, dass sie Hungersnöte erleiden und wegen Nahrungsmangels untergehen.

Im Falle einer deutlich reduzierten Nahrungsaufnahme oder eines vollständigen Nahrungsentzuges wechselt der Organismus bereits nach einem Tag auf den Hungermetabolismus. Der Hungermetabolismus verursacht Ketosen. Ein lang anhaltender Nahrungsverzicht oder lang anhaltender Hunger führte schließlich zum Verhungern. Wenn der Hunger andauert, werden eine Vielzahl von Stressfaktoren aus dem Hirn freigesetzt, was zu psychologischem Druck und geistiger Ruhelosigkeit auftritt.

Auch wenn das Essen die gleichen physiologischen Wirkungen auf den Organismus hat wie das Verhungern, wird in diesem Falle psychischer Druck abgebaut, da die Nahrung wie vorgesehen und willkürlich aufgegeben wird. Eine Hungersnot als freiwilligen Verzicht auf Nahrung ist psychologisch mit dem Fasting zu vergleichen. Sehen Sie Mangelernährung, Hungermetabolismus. Hungerkatastrophen in der Frühneuzeit werden im Rahmen des traditionellen Erklärungsansatzes für Hunger nur auf Ernteausfälle und Nahrungsmittelknappheit in der entsprechenden Gegend oder Gesell-schaft zurückzuführen sein[14].

Im klassischen Interpretationskonzept von Abel und Labrousse wird Hunger als die Hauptursache für eine umfassende sozioökonomische Krisensituation der vorindustriellen kapitalistischen Gemeinschaft gesehen, die bis zur ersten Jahreshälfte des neunzehnten Jahrhundert in ungewöhnlichen Intervallen auftrat. Die Hauptursache ist das Versagen der Ernte, das zu Über- oder Hungertod durchführt. Der witterungs- und klimainduzierte Rückgang der Agrarproduktion ist bei der Suche nach den Ursprüngen von Hungerkatastrophen in der Frühneuzeit im jüngeren Interpretationsverständnis nach wie vor von Bedeutung.

Strukturfaktoren mit längerfristigen Auswirkungen wie nachhaltige Nahrungsunfähigkeit, Armutsbekämpfung und Armutsbekämpfung leisten einen Beitrag zur Verschlimmerung von Hungerkatastrophen. Anders als das heutige Welthungerproblem, das durch chronische Unterernährung gekennzeichnet ist, können die Hungerkatastrophen des zwanzigsten Jahrhundert als politischer Explosivstoff angesehen werden. Sogar die autoritären Regimes verheimlichten keine Hungerkatastrophen, aber die Politiker bemühten sich, akuten Hungersnöten vorzubeugen und in Notfällen international Unterstützung und Öffentlichkeit zu fordern.

Unter Hungersnöten des zwanzigsten Weltkrieges sind vielschichtige Vorgänge zu subsumieren, die durch gesellschaftliche Wechselwirkungen verursacht werden. Bei der geschichtlichen Darstellung des Himmels im zwanzigsten Jh. werden oft Opfererzählungen zur Verurteilung der fremden Herrschaft erstellt, aber viele Faktoren, die die Hungerkrise verursacht oder begleitet haben, werden ignoriert. Laut James Vernon gibt es drei Regimenter für die Wahrnehmungen des Hungrigs in unterschiedlichen Zeitaltern, von denen das letztgenannte in der Moderne ist[15]: Divine Regiment: Hunger ist Teil des unvermeidlichen göttlichen Planes.

Moralregiment: Hunger als Folge des individuellen Versagens. Sozialregiment (seit 1840): Hunger als gemeinsames und sozioökonomisches Phänomen, bei dem die Verhungerten zu Opfern von gescheiterten Politik- und Wirtschaftssystemen werden, über die sie selbst keine Einflussmöglichkeiten haben. Das Wahrnehmen von Hunger in der modernen Welt muss in Form eines Spektrums gesehen werden.

Darüber hinaus wird in der heutigen Industriewelt davon ausgegangen, dass Hungersnot vermieden werden kann. Daher ist die Forderung nach globaler Menschlichkeit weit verbreitet, der Hunger wird in den Mittelpunkt des aktiven Handelns gestellt und ist ein wirksames Mittel, um das Bewusstsein für internationale Ausgrenzung zu schärfen. Umfassende Hungerkatastrophen sind heute eher selten und unter den gegebenen Umständen in absehbarer Zeit weniger wahrscheinl.

Die FAD verweist auf neu-darwinistische Standpunkte und leitet Hunger und Verhungern aus dem körperlichen Nahrungsmangel aufgrund von Ernteausfällen in Verbindung mit Populationsdruck und Ressourcenverschlechterung ab[17][4]. Die Anspruchstheorie Amartya Sens konnte beweisen, dass die katastrophale Hungerkatastrophe in Bengal nicht durch den Nahrungsmangel (FAD) ausgelöst wurde.

Seitdem Lebensmittel zu einer Ware in Indiens Kolonialwirtschaft geworden waren und der Kollaps der moralischen Wirtschaft die herkömmlichen Sicherheitssysteme schwächte, waren trotz voll gefüllter Getreidelager dem Verhungern von Menschen in Millionenhöhe ausgesetzt. Der Grund für die Hungerkatastrophe liegt daher in der Abnahme des Verfügungsrechts (FED). Das Modell des peripheren Zentrums kann auch zur Untersuchung des Auftretens von Hunger verwendet werden.

Der Rand, der auch als ländliches Gebiet beschrieben werden kann, ist gekennzeichnet durch die Agrarwirtschaft und die Gewinnung von Rohstoffen. Dadurch kann z.B. Hunger aufkommen. Mit dem Schwachstellenkonzept soll eine Verbindung zwischen wissenschaftlichem Wissen und gesellschaftswissenschaftlichem Wissen über die Anfälligkeit für Naturkatastrophen (z.B. Hungerkatastrophen) hergestellt werden. Ob aus Naturereignissen und Elementarrisiken eine Katastrophe wird, d.h. auch, ob eine Hungerknappheit entsteht[17], hängt sowohl von den physikalischen Phänomenen (räumlich, zeitlich) als auch von den gesellschaftlichen Auswirkungen und Konsequenzen des physikalischen Vorgangs ab.

Im Rahmen seiner Arbeiten "Hunger. Eine moderne Geschichte" James Vernon veranschaulicht, wie sich die Wahrnehmungen des Hungers durch neue Berichtsformen verändert haben. In journalistischer Form wurden die Einzelschicksale hinter dem Hunger aufgeklärt und die Unbefangenheit der Betroffenen in den Vordergrund gestellt. An positiven Gegenbildern zu Afrika und humanen Naturkatastrophen mangelt es.

18 ] Untersuchungen nach den Live Aid-Konzerten zeigten, dass über 80% der britischen Bevölkerung die Entwicklung mit Hunger, Naturkatastrophen und westlichen Hilfsgütern verbinden. Die Mediatorin Lukas Zürcher[21] beschäftigt sich mit der Mediatorisierung des hungernden Menschen in Afrika anhand exemplarischer Beispiele aus der Kirchenorganisation der "Weißen Väter", die ab der zweiten Jahreshälfte des neunzehnten Jahrhundert Missionare in Afrika waren.

Er erarbeitete die christianistische Metapher im Zusammenhang mit dem Hunger. Der Zusammenhang zwischen dem Hunger nach Essen und dem Hunger nach Gott wird in der Schrift oft dargestellt. Die hungernde Frau ist in einem von Gott entfernten Stadium. Nahrungsmangel sowie mangelnder Glauben, fehlende Hingabe, fehlende Hingabe und fehlende Hoffnungen machen die Menschen offen für die Versuchung durch den Teufels und gefährden ihre Existenzen.

In seinem Werk hat Zürcher aus den missionarischen Texten des Ritterordens drei Gesprächsweisen über den Hunger herausgearbeitet: Weil Missionsarbeit im konventionellen Sinne durch die Entscheidung der Gemeinde nicht mehr möglich war, verlagerte sich der Schwerpunkt der Schrift von einem Hunger nach Gottwort zu einem körperlichen Hunger, der mit Hilfe von Lebensmittelspenden bekämpft werden konnte.

Eine ganz andere Verbindung zwischen Hunger und den Massenmedien herstellt die Therapeutin Christiane Eichenberg in ihrem Essay "Hungern im Netz". Im Vordergrund steht der Erfahrungsaustausch mit Menschen in Diskussionsforen oder Tips und Kniffe zum Thema Hunger und die so genannte "Dünnspiration" in Gestalt von Gemälden, Folien, Liedern von dünnen Menschen oder Dichtungen über den Hungertod.

Die Thematik des Hungrigs wird in der bildenden Künste auf vielfältige Weise behandelt und aufbereitet. Wie und was in der Technik der Hunger entsteht, hängt von vielen Dingen ab. Auch in der bildenden Künste sind die veränderten Wahrnehmungen des Hungrigs in einer Gemeinschaft zu sehen. Es gibt neben der Repräsentation, Illustration und Beschreibungen von Hunger und Hunger auch Künstler, die den Hunger selbst inszenieren ("Hungerkünstler").

Der Hunger hat das gleiche Problem: Er ist mehrdeutig, inhaltlich abhängig und wird von jedem Menschen individuell durchlaufen. Wie Hunger ist und wie er empfunden wird, ist stark abhängig von seinem Zusammenhang. Die Fachliteratur spiegelt dieses Phänomen wider. 23 ] Herta Müller meint in ihrem Buch "Atemschaukel", dass es für die Hungernden keine geeigneten Wörter gibt, aber man muss sich bemühen, dem Hunger durch Lektüre eine eigene Ausdrucksweise zu geben.

Gerade das Nichtvorhandensein solcher Wörter macht den Hunger zu einem kreativen Grundprinzip der Literatur: "Der hungrige Leib redet nicht für sich selbst, er braucht Erzählungen, um nachzulesen. "Der Hunger kann als poetische Aufgabe entstehen, die untersucht, wie das Schreiben von Büchern funktioniert. Die Novelle "Sult" (Hunger) von Knut Hamsun zum Beispiel beschäftigt sich nicht nur mit dem Inhalt des Hungers, sondern zeigt auch ein Höchstmaß an Selbstreflexivität:

Aus Hunger spiegelt der Film seine eigene Sprachkomposition wider. Darüber hinaus kann die Fachliteratur durch das Thema Hunger unterschiedliche Kulturphänomene und Disziplinen wie das christliche (hungerversucht), medizinische (Wandel, moralische Probleme), das Auftreten einer Konsumentengesellschaft oder soziales Unrecht aufnehmen und thematisieren. In der Regel muss die Berücksichtigung des Hungers im Literaturbereich immer in Bezug auf den geschichtlichen Zusammenhang erfolgen, da nur so Kulturphänomene auswertbar sind.

Hungermotive in der Literatur: Hunger, Fokus der Themenwoche 2010 "Essen ist Leben" Hochsprung Joseph Meyer (Hrsg.): Meyers enzyklopädisches Wörterbuch. Neunte Ausgabe. Zurückgeholt am 7. August 2017. Springen Sie hoch zu: abbcde Hans Medick: "Hungerkrisen" in der Geschichtsforschung. Aus Mitteleuropa stammende Exemplare aus dem 17. bis 19. Jh. Hochsprung ? James Vernon: Hunger.

Wahrnehmungs- und Medieninszenierung des Hungrigs im zwanzigsten Jh. Reaction Books, London 2011, p. 89. High jump Lukas Zürcher: "Das Brother des Lebens" in der biblischen Metapher ik und die mediatisation des hungernden (1900-1970). Wahrnehmungen und Medieninszenierungen des Hungrigs im zwanzigsten Jh., Nr. 37, Basel 2014, ISBN 978-3-7965-3354-9, Höchstspringen Christiane Eigenlebiger: Hungern i. E. (H.).

? Höchstspringen nach: ab Frédéric Flecht: Hunger als literarisches Experimentierfeld. Hochsprung ? Maud Ellmann: The Hunger Artists. Hamburg 1993. Hochsprung ? Christoph Steier: Hunger/Script. Poesie des Hungers von Goethes Zeit bis zur heute. Hochsprung ? Nina Diezemann: The Art of Starvation.

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