Märchen als Therapie

Geschichten als Therapie

Die Märchentherapie ist eine effektive Methode für Kinder und Erwachsene, um den Weg in den Menschen zu finden. Dass das Märchen in Symbolen spricht, in denen sich die Erfahrungen der Jahrhunderte verdichtet haben, zeigt Verena Kast. Neueste Erkenntnisse der Hirnforschung bestätigen, was die Geschichtenerzähler in ihrem Alltag immer wieder erleben:

Marchen in der Therapie medizinisch versorgt werden | Märchen-Stiftung Walter Kahn

Die Psychotherapeutinnen Bruno Bettelheim, Hans Dieckmann, Verena Kast, Wolfdietrich Siegmund und andere haben die große psychotherapeutische Relevanz von Märchen für Behinderte und Kranke schon seit langem nachgewiesen. In Märchen können Heilkräfte freigesetzt werden, die den Menschen Vertrauen und Hoffnungen vermitteln, insbesondere in Extremsituationen des Lebens. Es ist ein zentrales Thema der Walter Kahn Märchenstiftung, die positiven Erfahrungen des Lebens mit Märchen mitzutragen.

Vor allem gemeinnützige Institutionen greifen daher immer wieder auf die Walter Kahn Märchenstiftung zurück, um gemeinsame Aktionen rund um das Märchen durchzuführen.

märchenhafte Therapie

Betrachtet man den Ausgangspunkt des Psychotherapiekonzepts, kommt man dem Zweck der märchenhaften Therapie sehr nahe: "Psyche", Griechisch, heißt Atmung, Atemnot, Seele und " Therapeutik ", griechisch, ebenso wie zur Pflege und Pflege. Dabei geht es darum, die eigenen bewusst oder unbewusst vorhandenen innerlichen Kräfte und Schwankungen mit Hilfe von Märchen zu erfassen und die "Schwächen" zielgerichtet zu ergründen.

Die Märchen sind alt, aber nie auslaufend. Jede Nation hat ihre eigenen Märchen. Ähnlich wie in Träumen sind Märchen das Tor zum Unterbewusstsein. Märchen, die wir gerne hören, erzählen uns etwas über unsere Begierden, Begehren und Nöte; sie zeigen uns, mit welchen Einstellungen wir uns als Menschen auseinandersetzen, aber sie zeigen uns auch, welche Schwierigkeiten wir noch zu bewältigen haben und welche Einstellungen wir noch zu erarbeiten haben.

Es kann passieren, dass uns einige Probleme der inneren Seele nicht bekannt sind und dass sie erst im Zusammenhang mit der MÃ??rchentherapie ans Licht kommen. Bei einer märchenhaften Therapiesitzung, die von der Gestalttherapie geprägt war, hatte sie während der Identifizierungsphase das Gefühl, dass sie überhaupt keinen Kontakt zu anderen Menschen haben musste. In der modernen Physiologie geht es seit Sigmund Freud und Carl Gustav Jung um Märchen und ihre heilende und entwicklungsbezogene Ausstrahlung.

"Das sind die Märchen.... "In der psychologischen Therapie erfahre ich immer wieder, dass mir in der Jugend geradezu gewisse Märchengestalten als Interpretationen von Entstehungsgeschichten auferlegt werden. Wenn ich heute ein Märchen interpretiere, ist die Stimmung ganz ähnlich. "Bereits C.G. Jung (Symbolik des Geistes, 1948 ) betont die Wichtigkeit von Entwicklungsprozessen in Märchen, aber nicht nur in der Jugend oder im Pubertätalter, sondern auch und gerade in der Mitte des Lebens: "Der Mensch, der sich bisher kräftig nach aussen gewandt hat, beginnt den Weg nach innen.

Es ist dem Kunden im Zusammenhang mit einer Therapie von Bedeutung, seine Lebensumstände sowie die vorhandenen Konfliktsituationen zu formulieren oder zu präsentieren, um sie zusammen mit dem Psychotherapeuten zu erarbeiten und schließlich zu einer Einigung in Gefühl, Denk- und Handlungsweise zu kommen. In der Identifizierung mit einem Helden des Märchens findet man den mutigen Umgang mit den eigenen Problemen.

"Es ist für den Kunden leichter, sich über die Persönlichkeit eines Marchenhelden zu äussern, der vor den gleichen Problemen steht wie er. Ohne viel Angst kann er Annahmen über die Herkunft der Handlungen des märchenhaften Helden treffen oder Lösungen vorschlagen, die er sich selbst nicht eingestehen würde oder die ihm emotionell zu gefährlich scheinen.

Die Beschäftigung mit dem Märchen - und das ist es, was die Beschäftigung mit dem Märchen tatsächlich immer macht - verursacht.... dass er mit seinem Thema umgehen kann... dass er sich dabei so weit davon entfernt hat... dass es ihn nicht ausbildet. Das Identifizieren und Projizieren, das oft durch Märchen hervorgerufen wird, wird von der Märchen-Therapie genutzt, um Innenbilder zu wecken, Gefühle und Erlebnisse aus dem Unterbewusstsein in die "Außenwelt" zu übertragen und diese dann analysierung.

Feste Abläufe können mitunter durch die märchenhaften Bilder in Gang gesetzt werden. Das Märchen gibt Hinweise darauf, wie psychologische Vorgänge fortgesetzt werden können, ohne dass diese auch umgesetzt werden müssen. Gerade die bildliche und unrealistische Repräsentation des Marchens macht es uns möglich, neue Pfade zu gehen, um unsere eigenen und an unsere persönliche Lebensumstände angepassten Lösungen zu find.

Fairy Tales sind Erzählungen, in denen Szenen dargestellt werden, die leicht vorstellbar sind. Deshalb werden wir in unserer Fantasie von jeder Haltestelle in einem Märchen unsere eigenen Fotos machen und auch darüber nachdenken. Selbst wenn es sich bei den Märchen um allgemeine menschliche Probleme handelt und wir uns von dem Themenbereich angesprochen fühlten, sind wir dennoch auf unsere ganz persönliche Art und Weise davon betroffen.

Dennoch sollte man bei der Beschäftigung mit Märchen die allgemeinen menschlichen und urtümlichen Zusammenhänge nicht aus den Augen lassen. Nahezu alle Märchen fangen mit unglaublich schwierigen, oft sogar unbezwingbaren Aufgabenstellungen für den meist "armen" Marchenhelden an. Die Märchen verkünden: Es gibt keinen Helden im Märchen, der in Furcht versinkt, aber er löst sich - teilweise mit guten Kräften - davon und von der Unlöslichkeit der Konflikte.

So geben Märchen immer Zuversicht und Sicherheit. In jedem Märchen steht: "Du kannst das Bedrohliche managen! "Denn gut, gut oder gut wird sich in Märchen immer durchsetzen. Bewährungsprobe und Probe, Freilassung und Loslösung ist das Leitmotiv des Marchens. Aus den Märchengestalten werden Projektionswände für unsere Sehnsüchte, Ängste, Ohnmacht, Hass, Verliebtheit, Aggressivität und andere Emotionen.

Über sie lernt man sich gegenseitig besser kennen, denkt über existenzielle Fragestellungen nach, aber immer im Spiegelbild des Marchens, d.h. mit einer bestimmten Abstände. In Märchen kann man jedoch in der Projektierung ungestört hetzen oder töteten, Heißhungerattacken aufführen und die liebevolle Suche fortsetzen. Du kannst dich endlich einmal groß und allmächtig anfühlen.

In der Ferne von Märchen können gesellschaftlich bedingte Missempfindungen durchlebt werden. Wenigstens die Märchen erzählen uns, dass wir uns auf der Grundlage unserer Probleme weiterentwickeln können. Die Einstellung der Märchen hat Einfluss darauf, ob wir sie erkennen oder nicht. Die Märchen scheinen uns wenig über die Bedingungen des heutigen Alltags zu erzählen, sie missachten die Gesetze der Natur (soweit sie uns heute bekannt sind), sie folgen nicht den Regeln der Vernunft, die unser Wachdenken bestimmen.

Doch Märchen entziehen uns nicht der Realitätsnähe, sondern können auf ihre eigene Art und Weise Lösungen für essentielle Fragestellungen liefern, die uns Menschen, die gesamte Menschheit, immer wieder berühren. Auch wenn Märchen keine Realitäten repräsentieren, so sagt Max Lüthi, reflektieren sie doch die innerste, die geistige Weisheit. Märchen haben daher eine große Bedeutung für den Heilungprozess in ihrer "Wunderbarkeit".

Jede Märchen hat ihre eigene besondere Ausstrahlung. Weil es sich bei den Märchen um Konfliktfälle handelt, die im Alltag eines jeden Menschen auftreten, kann sich jeder von ihnen so adressiert und aus dem Märchen seinen eigenen Bedeutungsinhalt entsprechend der jeweiligen Lebensumstände ableiten. Dabei wird die Beschäftigung mit Märchen mit verschiedenen anderen Therapiemethoden kombiniert: z.B. mit Gestalttherapiemethoden, mit tiefpsychologischen und -psychologischen Ansätzen, mit Gestalt und Psychodramatik, mit Masken- und Dichtungstherapie, mit Gesprächstherapie, mit der Methodik des katathymischen Gebildes, mit Einbildungskraft, mit Relaxationsmethoden und mit Formgebungen aus der Performing und Kunstentwicklung.

"In vielen Methoden der Märchentherapie (Gestalttherapie) projeziert der Kunde seine von ihm nicht angenommenen Empfindungen und Qualitäten auf die von ihm selbst gewählten Märchengestalten und kann sie dann, z.B. im Gespräch oder Rollenspektakel, leben und als seine eigenen wiedererkennen und wieder einbinden. Für diejenigen, die in das eintauchen, was uns das Märchen zu erzählen hat, wird es zu einem tiefgründigen, stillen Binnensee, in dem sich zunächst nur unser eigenes Abbild wiederfindet.

Subjektbezogene Interpretationsform bedeutet: "Jede Gestalt, die erscheint, kann auch als Persönlichkeitsmerkmal des Träumenden verstanden werden, hier im Märchen als Persönlichkeitsmerkmal der Heldenfigur". Wenn es uns gelungen ist, zu begreifen und zu anerkennen, können wir die geborgene und sichere Seite unserer Jugend erahnen. Auf diese Weise können wir die integrierende Verbindung zwischen Wirklichkeit und Imagination wieder aufbauen und gehen.

Aber es ist nicht so leicht zu begreifen und zu unterscheiden. Sagen, Märchen und TrÃ?ume haben eines gemeinsam: Sie sind alle in derselben Ã?blichen Welt veröffentlicht - der Symbolsprache. Von Erich Fromm (1951a: Märchen, Sagen, Märchen, Träume). Man muss versuchen, den sinnbildlichen Inhalt der Märchen zu ergründen. Deshalb ist eine angemessene Interpretation des sinnbildlichen Märcheninhalts besonders auffällig.

Anklang: Gerade Märchen sollten im Digitalzeitalter nicht in Vergessenheit geraten, denn sie tragen dazu bei, unsere Gefühle, innere Sehnsüchte und Notwendigkeiten zu verstehen. Geschichten - im Unterschied zu den elektronischen Mitteln - überwältigen uns nicht, sie hinterlassen Raum und Raum für Selbstkenntnis. "Doch die Handhabung von Märchen darf nicht untergehen, sonst gehen ganze Bereiche der eigenen Seele unter.

Doch zwischen ihren Kindlichkeitsideen und unserer Wirklichkeit verläuft ein weiter Entwicklungspfad, der durch seelische Erleuchtung, durch die Bearbeitung des Unterbewussten beschritten werden muss. Als Erwachsene geben wir unseren Kinder gerne Märchen ab. Sie sollen lernen, mit Verachtung auf Märchen herabzusehen. Die Märchen verbinden wir mit dem Nachgeschmack von "Kinderkram", von purer Fantasie.

Sie werden mit dem Satz konfrontiert: "Erzählen Sie keine Märchen! "Und so werden Märchen auf einmal verneint, sie bekommen die Sinnhaftigkeit von Betrug und Lüge. Seitdem haben wir unseren Schülern gezeigt, dass sie nur mit ihren eigenen Worten und mit ihrem eigenen Geist schauen können. Bruno Bettelheims Call "Kinder braucht Märchen" wird auf " Erwachsener braucht auch Märchen " erweitert.

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