Maya Inka und Azteken

Die Maya Inka und Azteken

Was haben die Maya wirklich gelebt? "Menschliches Opfer war eine Notwendigkeit." Grebe: Als begeisterte Maya-Forscherin würde ich gerne ins Jahr 700 n. Chr. in eine der Maya-Metropolen dieser Zeit fahren, vielleicht nach Copán im jetzigen Honduras.

Mit den Maya war es ja nicht gerade friedvoll. Grübel: Nein, dann hätte ich keine Furcht, denn King Waxaklajun Ub'aah K'awiil wurde als sehr friedlicher Regent betrachtet.

Grübchen: Es ist schwierig, diese drei Kulturkreise zu verbinden, weil Südamerika ein sehr unterschiedlicher Erdteil ist. Es ist wie der Versuch, alle europäischen Kulturkreise zu versöhnen. Die Feldbewirtschaftung und damit die Anbindung an die Welt spielten in den großen Vereinen des antiken Amerika eine wichtige rolle.

Aber gerade diese Kultur wurde berühmt, weil sie den Spaniern bei ihrer Ankunft begegnet ist. Grübchen: Denn sein Vermächtnis strahlt bis heute. Im Gegensatz zu den alten Kulturkreisen Europas und des Mittleren Osten können wir uns ein heutiges Lateinamerika ohne die Inka, Maya und Azteken nicht ausdenken.

Greuel: Absolut. Wir müssen auch erkennen, dass eine große Anzahl kleinerer Kulturkreise und Gemeinschaften, mit denen wir heute nicht so vertraut sind, als Bindeglied fungiert haben. Das beweist vor allem, dass unsere europäische Kategorie nicht für die Beurteilung der amerikanischen Kultur gilt. Alle in der Archeologie Europas selbstverständlichen Gesichtspunkte, wie die Entstehung der Schriften, müssen mit Rücksicht auf Meso und Südamerika überdacht werden.

Darum ist es so spannend, die alten amerikanischen Kulturkreise mit unseren zu verbinden. Das heutige Süd-Mexiko, Guatemala und die Nachbarländer haben die am meisten entwickelten Schriften des alten Amerika hinter sich gelassen. Sind die Maya besonders weit gekommen? Greuel: Wie gesagt, wir würden auf einem Präjudiz sitzen. Wir müssen uns wirklich von der fixen Idee des Schreibens trennen.

Zweifellos sind die Maya unserem Wissen über fortgeschrittene Zivilisationen am ehesten nahe, aber wir sollten damit keine Bewertung verbinden. Umgekehrt bedeutet es nicht, dass eine Kultur ohne Bibel " ursprünglich " war. Wir Ethnologinnen und -wissenschaftler beschäftigen uns zum Beispiel mit der sozialen Unterscheidung in einer Gruppierung, mit der Fragestellung, welche Form der Arbeits- oder Machtteilung es gab.

"die wir" nannten. So war das Inkareich ein sehr komplexes staatliches System, ungemein eng gegliedert - und ohne jede Schriften. Und wie war das mit dem geheimnisvollen Ende der Welt - haben sich die Maya verkalkuliert, oder können wir deren Termine gar nicht nachlesen? Greuel: Nun, die Maya haben sich sicherlich nicht verkalkuliert.

Ein Wahnsinn, der in den Gedanken der europäischen und amerikanischen Schriftsteller aufkam und absolut nichts mit den Maya zu tun hatte, waren die Mutmaßungen über das Ende der Welt. Sag uns, warum sie die Maya so gesehen haben und warum es so war. Die ersten Veröffentlichungen über die Maya erschienen nach und während des Zweiten Weltkrieges.

Dementsprechend waren sie auch eine Antwort auf die Gräuel in Europa, als die Mayas als eine Form des friedvollen, naturliebenden Gegenvorschlags angesehen wurden. Und was ist "Maya" eigentlich? Das ist im Prinzip ein künstliches Wort. Was die Mayas der präkolonialen Zeit selbst nennen, wissen wir nicht. Handelt es sich um die direkten Nachkommen der antiken Götterkönige im Urwald?

Pit: Teilweise ja, teilweise nein. Natürlich sind sie die Nachkommen der Maya, aber sie haben sich erst seit den ersten Sechzigern so genannt. Welche Beziehung besteht zwischen ihrer eigenen und der der Maya-Kultur? Die Azteken waren kluge Stratege und haben es innerhalb kürzester Zeit fertig gebracht, ihr Tribute-Imperium über Zentralmexiko auszubreiten.

Als die Azteken im Mittelgebirge Mexikos die riesigen Überreste der Altstadt von Taotihuacan entdecken, einer für die damaligen Maßstäbe riesigen Großstadt, in der rund 150 Menschen auf kleinstem Raum lebten, haben sie großen Respekt empfunden. Pit: Auf der einen seiten gab es großartige Gräber, besonders bei den Maya und in Taotihuacan.

Mit den Azteken waren die Tempeln jedoch in erster Linie Ritualorte. In der Mitte des jetzigen Mexiko-Stadt wurde der wichtigste Aztekentempel vorsichtig ausgehoben, und es wurden keine wichtigen Grabstätten entdeckt. Inwiefern haben die antiken amerikanischen Kulturkreise es geschafft, ihre Denkmäler zu errichten - ohne kräftige Packtiere, ohne Rollen und mit primitivem Werkzeug?

Das ist eine in vielen Kulturkreisen auftretende Thematik. Ich würde dieses Schlagwort in diesem Kontext nicht verwenden, weil es bedeutet, dass die Menschen nicht frei sind. Aber es gab keine Sklaverei mit den Inkas. Grausamkeit ist eine europÃ?ische Deutung.

Die aztekische innere Logistik besagt, dass menschliches Opfer lediglich eine Voraussetzung für das Überleben der Kreation war. Es wurden Menschen geopfert, ja, das ist wahr. Eher so: Die Azteken konnten die Azteken nicht als Primitive abbilden - es gab ein staatliches System, einen Koenig, der ihrem zu Hause beängstigend aehnlich war.

Zu den besten Zeugnissen gehören Darstellungen und Dokumente der ersten spanischen Staatsbürger. Ob dies die "besten" Aussagen sind, bleibt abzuwarten. Den Spaniern war damals jedoch nur wenig klar, sie konnten die Realität des Lebens, die in der Neuen Welt vorherrschte, nicht verstehen. Grübel: Auch die Zeitgenossen mussten die Kosten für ihre Expedition und die Gründe, warum sie mehr Mittel brauchten, gegenüber ihren Könige oder sogar gegenüber der Gemeinde nachweisen.

So behauptete er, dass die Maya tatsächlich getarnte Christinnen und Christinnen seien, die nur den "richtigen" Glaube, die "richtige" Taufe gelehrt werden müssten. Dennoch wurden sie wie die Inkas recht schnell und verheerend von kleinen spanischen Truppen unterdrückt. Greuel: Die Deutschen waren ihnen technisch weit voraus, besonders wenn es um das Thema Waffe ging.

Die Azteken wollten neue Territorien besetzen und gleichzeitig die Arbeit der Konquistadoren bewahren, immerhin hatten sie das Ziel, Tribut zu zahlen. Außerdem erkannten die spanischen Staatsbürger rasch, dass sie es in Amerika nicht mit in sich geschlossenen Zuständen zu tun hatten. So kämpften Tlaxcaltecs Ende 2000 in Mexiko mit 400 spanischen Soldaten gegen die Azteken.

Tlaxcaltecs glaubten, die spanischen Soldaten würden sie freilassen - ein Missverständnis, wie wir heute wissen. In Mexiko oder Peru waren die Besatzer begierig auf Geld. Das Inkagold war schon zur Zeit der Conquista eine Legende. Betrachtet man jedoch die kunstvollen Goldwerke aus dem antiken Peru in einem Museum, so kommen die meisten Ausstellungsstücke nicht aus den Inkas, sondern aus anderen peruanischen Kulturkreisen, wie der Moschee oder dem Chimu.

Die Inka waren so etwas wie die Südamerikaner, sie nahmen die kulturellen Errungenschaften der Menschen vor ihnen und um sie herum auf. Bei der Inka-Kultur handelt es sich nur um eine sehr feine Ebene, die über einer tausendjährigen kulturellen Entwicklung aufliegt. Der große Gold-Schatz der Inkas wurde hauptsächlich für die Lösegeldforderung der spanischen Bevölkerung verwendet.

Ist das wirklich die einzig mögliche Schriftart der Inka? Ich würde das nicht Schreiben bezeichnen, denn es sind keine Briefe, es sind nur Zahlen. Was die Schöpfer der letzten Inka-Messe in Stuttgart und Rosenheim verbreitet haben, ist wahr, dass zum Beispiel in Peru viel Neuartiges ans Licht kam, da die zentralen Andengebiete nicht mehr in den Händen von Terorristen des "Leuchtenden Pfades" sind?

Greifen: Tatsächlich sind wir am Beginn. Zum Beispiel die Erfindung einer sehr frühen monumentalen Architektur an Perus Küsten. Maya- und Inkaforschung dagegen hat erst vor 150 Jahren begonnen, wie auch die Wissenschaftslandschaft beweist. Denkst du, das ist eine späte Folge der spanischen Einnahme?

Greuel: Absolut! Das ist ein großes Problem, aber ich denke nicht, dass die alte Kolonialmacht der richtige Gesprächspartner ist. Aber wir Deutsche haben einen etwas weniger belasteten Einblick in diese Kultur; die Kooperationsbereitschaft vor Ort ist sehr groß. Ich würde das nicht tun, wenn es nicht gut ankäme.

Dies ist ein spezielles Programm für Jugendliche, die sich für ihre eigene Geschichte und Geschichte interessieren und sich auch in der Wissenschaft engagieren wollen. Greuel: Natürlich erkenne ich dieses Spannungsgebiet. Es geht aber nicht darum, den Maya ein historisches Bild aufzudrängen, sondern um einen Diskurs, in dem im besten Fall beide Parteien etwas dazugelernt haben.

Greuel: Richtig, viele Monumente sind in Lebensgefahr. Grubitz: Auf den ersten Blick wirken die südamerikanischen Kulturkreise so völlig anders und fremd. Es ist mir ein Anliegen, diese Menschheit zu erkennen und den Schutz der Kultur des alten Amerika zu erlernen.

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