Maya Kalender Weltuntergang

Maya-Kalender Ende der Welt

Das sagt der Maya-Kalender voraus, nicht wahr? Weltuntergang Bei der Eroberung Mittelamerikas im XVI. Jh. verbrannten sie die Texte der Maya. Ein geheimnisvoller Raum mit astronomischer Darstellung und Wandmalerei bietet nun einen neuen Blick in die Mayakultur.

In Xultún im nordöstlichen Guatemala treten die Diebe und Entdecker gegeneinander an, denn in den bewachsenen Mauern der einstigen Mayastadt sind wertvolle Dinge versteckt.

"Das ist ein unglaublicher Fund", sagt der Mayaforscher Stephen Houston von der Brown University. Wilhelm Saturno von der Boston University, grabt seit 2001 in Guatemala. Es gab verblasste Rekorde an den Mauern, sagte Saturno in Washington bei einer Aktion der Nationalen Geographischen Gesellschaft, die seine Grabungen finanzierte. Laut den Forschern sind dies Kalender, die noch nie zuvor da waren.

Jh., erläutert Saturno und seine Mitarbeiter von der University of Texas in Austin und der Colgate University. Selbst wenn die Fachleute immer noch über die exakte Altersbestimmung diskutieren - der bisher längste Maya-Kalender datiert aus dem XVI. So ist der neue Fond "etwa 500 Jahre älter", bemerkt Saturno.

In der 3,5 m langen Schriftenreihe auf der Rinde der Feigenbäume - dem Codex Dresden - befinden sich ein Wahrsagungskalender und Astronomie-Tabellen. Über den neuen Fundbestand freut sich die Dresdener Hüterin des Codex. Dass Maya-Wandbilder aus der klassischen Zeit im neunten Jh. entdeckt wurden, ist "großartig", sagt Thomas Bürger, Leiter der Staatsbibliothek Sachsen.

Der Maya-Klassiker geht vom dritten bis zum zehnten Jahrtausend. Es freut ihn, dass Figuren und Nummern der Maya wiederentdeckt werden können. In Xultún stammt die Aufzeichnung von einem Schriftsteller, der früher in den Maya-Codices geschrieben hat, sagt der Bonner Altertumsforscher Nikolaj Grub. Die Gemälde entsprechen stilistisch und inhaltlich den Kalkulationen der Kalender sowie der Sonnen- und Mondfinsternisse im Dresdener Codex, so Grebe.

"Die Maya hatten zwar auch klassische Kodizes, aber keines dieser Werke hat überlebt", so Grube. Bei Xultún steht eine Form von Maya-Code auf einer Mauern. Die Bilder beschreiben unterschiedliche Kalender-Zyklen in einem ähnlichen Stil wie die viel später entstandenen Maya-Codices.

"Genau das macht diese Bilder so wichtig", sagt der in Mexiko lebende Künstler selbst. Der Kalender bestätigt, dass die Maya mit vielen Astronomiezyklen gerechnet haben - darunter die von Merkur, der Venus und dem Mars. "Wir wußten das vorher, aber nur aus den viel später folgenden Kodizes", erläutert er, "für die Klassik konnten diese astronomische Berechnung nur angenommen werden, jetzt haben wir den Nachweis in Xultún.

"Die Notizen an den Mauern haben von Beginn an unsere Blicke auf sich gezogen", sagt Mitautor David Stuart von der University of Texas in Austin. Das ist " ein arithmetisches Diagramm " eines Kalenders, der im neunten Jh. in diesem Raum war. Die Maya faszinierte sowieso die unendliche Zyklenfolge, sagt Houston, "es ging ihnen um Neuerung und Beständigkeit - nicht um das Ende der Tage.

"Die Maya haben den Sternenhimmel analysiert. Sie waren " exzellente Astrophysiker für die Astrologie ", sagt die Ethnologin Lisa Lucero von der University of Illinois. In Copan wurde ein 520-tägiger Finsternisvorhersagekalender verwendet, der die Sonnenfinsternisse exakt wie im Codex von Dresden berechnet", sagt Grube, "in anderen Großstädten wie Xultún war dies offenbar nicht der Fall, was zur Folge hatte, dass der Kalender dort die Sonnenfinsternisse weniger exakt vorhersagen konnte.

Der hat einen Stift in der Hand und könnte somit der Kalenderschreiber sein. Dies deutet auf eine andere Person hin, die offensichtlich nicht der King von Xultún ist. Der Schreiber ist ein Angehöriger des Königes und auch ein Kalender-Astronom? Möglicherweise sind die Bilder etwas länger als die astronomische Notation.

Die Maya-Kultur brach im neunten Jh. zusammen. Für die Maya war es "keine gute Zeit, dem Fond eine Gefühlsnote zu geben", sagt Houston. Zu dieser Zeit florierte Xultun noch, aber rundum ging es in den Großstädten ab. Erstaunlich ist, dass die astronomischen Daten der Maya bisher nur in Buchform vorliegen.

In Xultún könnte die Wand eine "Gekritzeloberfläche" des von ihm berechneten Raumfahrers gewesen sein. Der Gedanke, dass der Autor in stürmischen Momenten Wissen aufnehmen wollte, war "sehr hübsch, aber auch sehr spekulativ", sagt Grube. Viele Maya legen Wert auf die Wichtigkeit der Kalender, weil sie ihre eigene Kultur aufwerten.

Laut Wattanabe wird der neue Fond "die Kulturtradition der Maya vertiefen".

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