Pitta

Bestimmt von Gegensätzen: Der Konstitutionstyp Pitta

Feuer und Wasser – ein größerer Gegensatz ist kaum denkbar. Und doch sind diese Elemente bestimmend für den Konstitutionstyp Pitta in der Ayurveda-Lehre. Das Wort steht eigentlich für Galle, meint aber den gesamten Stoffwechsel im Körper oder, noch allgemeiner gefasst, das Grundprinzip der Umwandlung, also alle biochemischen Vorgänge im Körper.

So erkennt man den Pitta Typus

Ayurveda

Am Anfang jeder ayurvedischen Behandlung sollte eine Anamnese stehen, aus der hervorgeht, welcher Dosha Typ bei dem betrachteten Menschen vorherrschend ist. Das ist sehr wichtig, denn jede Empfehlung der Ayurveda-Lehre – besonders zur Ernährung – hängt direkt davon ab. Was für die eine Konstitution gut ist, kann für eine andere genau falsch sein. Der erste Blick des Ayurveda-Arztes geht auf Äußerlichkeiten: Eine helle, weiche Haut mit Neigung zu Sommersprossen oder Muttermalen deutet auf den Pitta Typus hin. Dazu passend hat er meist blondes oder rötliches Haar von feiner, weicher Struktur sowie helle Augen. Der Körperbau ist insgesamt recht durchschnittlich, weder besonders groß noch besonders klein und gut proportioniert. Das Gesicht ist herzförmig, oft mit ausgeprägtem Kinn. Wenden wir uns dem Charakter zu: Im Gegensatz zum wenig auffälligen Körper ist „intensiv“ hier wohl die passendste Überschrift. Das betrifft seine Liebe zu Unternehmungen und Herausforderungen ebenso wie fast stetiger Hunger oder Durst – der Pitta Typus lässt freiwillig keine Mahlzeit aus. Passiert das aber ungeplant, sind Gereiztheit oder auch ein richtiger Wutanfall die Folge. Denn diese Züge sind die Kehrseite der selbstbewussten, zielstrebigen und belastbaren Persönlichkeit, wenn das Pitta Dosha dominiert. Wohlgemerkt – jeder Mensch ist eine Mischung aller drei Doshas. Auch bei einer vorherrschenden Pitta Konstitution wird sie nie in Reinform vorkommen. Vata und Kapha sind immer mehr oder weniger präsent.

Pitta
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Feuer und Wasser – ein größerer Gegensatz ist kaum denkbar.

Dysbalancen vorbeugen

Wer durch Feuer und Wasser bestimmt wird und dazu eine gute Portion Intelligenz und Scharfsinn mitbringt, lebt in ständiger Gefahr, die innere Balance zu verlieren. Das kann durch eine direkte Konkurrenz ausgelöst werden, sich aber auch durch ein Übermaß von Ehrgeiz entladen. Wer mit einem sehr ausgeprägten Pitta Typus zusammen lebt oder arbeitet, hat es nicht leicht, denn er macht die Unzulänglichkeit anderer schonungslos deutlich, und werden die von ihm gesetzten Maßstäbe nicht erreicht, entlädt sich der Ärger in Intoleranz, Cholerik und Aggression. Darunter leidet der von einem Übermaß an Pitta bestimmte Mensch auch selbst: Sodbrennen, Magenschmerzen und Durchfall sind seine typischen Krankheiten. Auch Bluthochdruck, Entzündungen und Unreinheiten der Haut sind keine seltenen Folgen eines Pitta-Überschusses. Die Ernährungsempfehlung richtet sich nun ganz nach dem zu erreichenden Ziel. Geht es darum, den Pitta-Vulkan zu kühlen, muss die Nahrung entsprechend sein. Kühl und süß wie die Melone ist perfekt. Rohkost und grünes Gemüse löschen ebenfalls das innere Feuer, zum Beispiel grüne Bohnen, Erbsen, Zucchini, Trauben und Salate. Säuernde Speisen wären dagegen nur bei zu geringem Pitta-Anteil hilfreich. Wegen der eher schnellen Verdauung sind häufige und reichliche Mahlzeiten zu empfehlen, deren Energiegehalt bei sportlicher Betätigung abgebaut werden kann.

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