Pyrit

Kieselsteine

Bezeichnungen und Synonyme Pyrit Katze Gold, Leber Eisenerz, Narren Gold, Schwefelkies Farbe Pyrit Familie Gelbe Pyrit Familie Sorten Pyrit, Pyrit Sonne, Pyrit. Properties Pyrit ist ein glänzendes goldenes, hartes Mineral, das normalerweise kein Gold enthält. Angaben zum Mineral Pyrit mit Profil, Vorkommen, Fundorten, Geschichte und Verwendung.

mw-headline" id="Etymologie_und_Geschichte">Etymologie und Geschichte[Bearbeiten | | Quelltext bearbeiten]

Pyrit, auch bekannt als Schwefelkies, Eisenkies, Katzengold oder Narrengold, ist ein sehr häufiges Gestein aus der Mineralsorte "Sulfide und Sulfosalze". Es handelt sich hierbei in chemischer Hinsicht um die würfelförmige Modifizierung von Eisen(II)-disulfid mit der Chemikalienzusammensetzung FeS2, d.h. es handelt sich um eine Mischung aus Gusseisen und Schwefeleisen im Verhältniss von 1 zu 1. Pyrit ist in jeder Hinsicht opaque und bildet vorwiegend ideomorphe Quarze in gewürfelter oder pentagonaler Dodekaederform.

Pyrit ist mit einer Mohs-Härte von 6 bis 6,5 eines der Hartminerale, die wie das Bezugsmineral Orthoklas (6) mit einer Stahldatei kaum zu bearbeiten sind. Die Bezeichnung Pyrit kommt aus dem Altgriechischen ??? pyr für Brand. Pyritsplitter können mit einem Hartstein abgeschlagen werden, der sich entzündet und verbrennt:

Auf Deutsch wird Pyrit auch als Narrengold angesehen, aber viel weniger. Pyrit und Marcasit galten lange Zeit als das gleiche Material; beide wurden in der Fachliteratur oft als Schwefelpyrite oder auch Eisenpyrite genannt, gleichzeitig auch als Marcasit. Seither werden Pyrit und Marcasit als unabhängige Mineralien verwendet. Ausgabe der Mineraliensystematik nach Stunz gehört der Pyrit zur mineralischen Klasse der "Sulfide und Sulfosalze" und dort zur Fachgruppe der "Sulfide mit dem Materialverhältnis Metall: Schwefel, Selen, Tellur, < I : I : 1", wo er der "Pyritgruppe" mit der Systemnummer seinen Namen gab.

Die zweite Ausgabe der Strunz-Mineralsystematik klassifiziert auch Pyrit in die Kategorie der "Sulfide und Sulfosalze" (allerdings ergänzt durch Selbstmehle, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulpharsenite, Sulphantimonite, Sulfbismutite) und dort im Abschnitt "Metallsulfide mit dem Stoffverhältnis S ? I : 2". Dieser wird jedoch nach dem exakten Stoffverhältnis und den in der Mischung dominanten Metall-Ionen weiter untergliedert, so dass das Minerale je nach Zusammenstellung in der Unterteilung "M: S = I: S = I: PGE usw." zu erkennen ist, wo es auch der noch vorhandenen "Pyritgruppe" mit dem System Nr. B: E: 05 seinen Namen gibt.

Aber auch die Systemtradition der Mineralien nach Dana, die überwiegend im englischsprachigen Raum eingesetzt werden, klassifiziert den Pyrit in die Kategorie der "Sulfide und Sulfosalze" und dort in die Kategorie der "Sulfidmineralien". Pyritkristallisate kristallisieren in der kubisch-disodekaedrischen Kristallgruppe in der Weltraumgruppe Paul3 (Weltraumgruppe Nr. 205)Template:space group/205 mit dem Gitternetz-Parameter a = 5,42 Å (542 pm) und vier Formulareinheiten pro Elementzelle.

Der Pyrit kommt in der Regel in groben, granulierten Mengen vor oder formt kugelförmige bis honigbeerförmige, zentrisch schalenförmige Gesteinskörnungen. Scheibenförmige Radialstrahlaggregate (Pyritsonnen) formen sich zu Ablagerungen. Der fünfeckige Dodekaeder kommt hauptsächlich in Kieselsäurekristallen vor und wird daher auch als Kieselsäure bezeichnet. Wegen seines Metallglanzes und seiner goldfarbenen Färbung wurde Pyrit oft mit Metall vermischt.

Im Gegensatz zu echtem Metall ist Pyrit jedoch nicht verformbar und viel stärker als das kostbare Metall. Darüber hinaus lässt Pyrit eine deutliche schwarze Linie auf dem Armaturenbrett zurück (mit einer gelegentlichen grünlichen oder bläulichen Färbung), während Gold eine goldene zurücklässt. Wegen ihrer Halbleitereigenschaften wurden Naturpyritstücke bisher in Detektoren als Kristalldetektoren für die Demodulation verwendet.

Das Präparat FeS2 ist desinfizierend, d.h. es tritt neben der kubischen Kristallisationsmodifikation Pyrit auch als orthorhombische Kristallisationsmodifikation Marcasit auf. Ähnlich wie Galenit ist Pyrit ein so genanntes "Durchflussmineral", das sich in intrmagmatischen bis kalten thermischen Ablagerungen ausbildet und auch unter sedimentierten und metabolischen Entstehungsbedingungen stabil ist. Pyrit ist aufgrund seines breiten Stabilitätsspektrums das mit Abstand am weitesten verbreitete sulfidische Mineral, Teil der meisten Sulfidablagerungen und Zubehör der meisten Mafagesteine.

Über lange Zeiträume hinweg reagieren die Eisenmonosulfide auf Eisendisulfide (FeS2), die als Pyrit oder Marcasit auskristallisieren können, unter anderem auch durch keimbelasteten Schwefel. Bei der Herstellung von Eisenmonosulfiden wird das Material durch die Verwendung von Eisendisulfid (FeS2) in der Schmelze in die Schmelze eingebracht. Die Vergröberung des Korns erfolgt bei der Sedimentsdiagenese in der Regel durch Sammlungskristallisation, bei der Pyrit die Möglichkeit hat, nahezu alle in Ablagerungen vorkommenden gesteinbildenden Minerale zu ersetzen und so Raum für sich zu gewinnen.

Eine bevorzugte Position für die Deposition von Pyrit sind Hohlräume, wie sie beispielsweise durch im Inneren des Sediments eingebettete Muschelschalen (Ammonitschalen und ähnliches) entstehen. Dabei können die oben beschriebenen Verfahren über lange Perioden so viel Pyrit ansammeln, dass die Räume der Ammonitgehäuse teilweise komplett gefüllt sind und ein steinerner Kern aus Pyrit entsteht.

Schwarze Raucher sind auch dafür bekannt, dass sie große Mengen an Pyrit abgeben, der in kaltem Seewasser abfällt. Durch stärkere Kompression kann Pyrit zu grösseren Steinen heranwachsen und gar Schalen oder Gräten ersetzten. Pyrit wettert unter dem Einfluss von Sauerstoff an der Erdoberfläche in mehreren Zwischenschritten zu einem Gesamteisenoxidhydrat (Limonit oder Brauneisenerz).

Pyrit wurde bisher (ab 2011) an rund 30000 Standorten auf der ganzen Welt nachgewiesen[19], von denen viele große Mengen an Pyritmassen ( "Kieskörper") beinhalten. In Climax, Colorado, wurden die grössten Pyrit-Würfel mit einer Kantenlänge von bis zu 40 cm aufgedeckt. In Rio Marina auf der italienischen Elba und in der "Sámo-Mine" unter Hnú??a in der Slowakei wurde gut kristallierter Pyrit mit einem Durchmesser von bis zu 20 cm entdeckt, in Huallanca (Huánuco) und Santiago de Chuco in Peru wurden bis zu 15 cm große Kristallisate nachweisen.

Berühmt sind auch die als " Eisernes Kreuz" bekannten Kristall-Zwillinge, zwei nach dem Pyritengesetz zusammengewachsene Pentagon-Dodekaeder aus dem Westernstein, der näheren und weiteren Region Wlotho und im ostwestfälischen Extrem. Zu den grössten Vorkommen zählen Minas de Riotinto, wo der Pyrit in Gestalt einer feinkörnigen Lagerstätte mit einer geschätzten Gesamtmasse von etwa einer Million Tonnen vorkommt, und Navajún (La Rioja), das sich ebenfalls in Spanien befindet, wo der grösste vorgefundene Würfel etwa 8 cm gross war.

Pyrit war in Österreich an mehreren Stellen in allen Provinzen zu finden. Pyrit und andere in Braunkohle und Steinwolle vorkommende schwefelhaltige Verbindungen setzen den im Brennprozess befindlichen Wasserstoff als Schwefeloxid (SO2) an die Abgase ab. Der in den Grundwasser führenden Lagen befindliche Pyrit kann auch in Anwesenheit von Luftsauerstoff oxydiert werden. Von großer Wichtigkeit ist die Oxydation von Pyrit durch Denitrifikation, Eisen- und Schwefel-oxidierende Keime mit Stickstoff als indirektem Oxydationsmittel.

Dabei handelt es sich um einen Prozess, der aus mehreren abiotic and bacterial Redox-Reaktionen besteht, bei dem der Schwefel des Pyriten schließlich zu Sulfat (SO42-) oxydiert wird und die Nitrate zu elementaren, molekularen Stickstoffatomen (N2) reduziert werden. Dieser Prozess wird von Pyrit als "Denitrifikation" oder "Denitrifikation" oder Entstickung genannt. Im Wassereinzugsgebiet der Innenstadtwerke Hannover AG wird so eine Jahresmenge von 1000 t Pyrit auf diese Art und Weise aufbereitet.

Weil der Stickstoffgrenzwert von 50 mg/l unter dem Sulfatgrenzwert von 240 mg/l nach der Trinkwasserversorgung liegt, stellt die Entstickung mit Pyrit eine Erleichterung bei der Erfüllung des Stickstoffgrenzwertes dar. Die im Pyrit enthaltenen Metalle und andere Metallnebenprodukte wie Mangan oder Nicke können zum Teil in das Gewässer gelangen und müssen bei der Trinkwasserversorgung entfernt werden.

Esoteriker verwenden Pyrit als Heilstein gegen Arthritis und Ischialgien. Radial gewachsenes Pyrit - eine so genannte "Pyritsonne" - soll einerseits als Amulettanhänger am Nacken gegen Magen- und Darmbeschwerden dienen und andererseits das körpereigene System kräftigen. Rickard David: Pyrit: Eine Naturgeschichte von Fool's golden. Die Oxford University Press, New York 2015, ISBN 978-0-19-020367-2 Hans Jürgen Rösler: Schulbuch der Erze.

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