Schicksal Hinduismus

Hinduismus des Schicksals

Das Unrecht der Welt kommt nicht von einem ungerechten Gott, sondern jeder hat sein eigenes Schicksal verursacht. "Armseligkeit ist Schicksal" Swiss: Meine Haupterfahrung war in der Marokkanerstadt Fes. Unterscheiden sich die indischen Elendsviertel voneinander? Swiss: Auffallend ist die niedrige Aggression gegen soziale Ungleichheiten. Hinduismus versteht Verarmung als eine persönliche Schuld in einem vergangenen Dasein und nicht als einen Staat, gegen den man rebellieren muss.

Die Hindus denken: Not ist Schicksal. Unruhe entsteht meist ohne die Idee und das Prinzip, die Umwelt grundlegend zu verändern.

Schweiz: .... Swiss: Zum Beispiel aus der Müllverwertung. Es gibt keine homogenen Elendsviertel, vor einigen Häusern befinden sich Kleinkrafträder und TV. Da gibt es Einwohner, die jeden Tag aus den Armenvierteln kommen, um in besseren Vierteln zu arbeiten. Swiss: Es muss, weil es keine Alternative gibt. Auch in den Armenvierteln wird es nach wie vor Arbeitsplätze gibt, und es besteht immer ein Bedürfnis nach Waren und Leistungen, allerdings auf einem niedrigen Level.

Swiss: Das vermeintliche Durcheinander hat immer noch seine Ordnung, jedenfalls in Indien. Durch das Kastensystem erhalten Neuankömmlinge Unterstützung und Orientierungshilfe; sie kommen zu Angehörigen aus ihrem Heimatland, die bereits in der Region zuhause sind. Swiss: Vielen Indianern mangelt es deshalb an einem allgemeinen Gemeinschaftssinn. Swiss: Ich kannte Kalkutta seit 40 Jahren. Das offizielle Elendsviertel ist geschützt.

Swiss: Oder sie sind heimatlos. In Kalkutta leben auf diesem niedrigsten Stand wenigstens eine Millionen Menschen. Wie sieht der Zustand, die städtische Verwaltung für die indische Slum-Bewohner aus? Swiss: Wenn das Trinkwasser knapper wird oder ganz ausbleibt, kommt es zu Turbulenzen. Swiss: Die Landwirte haben keine andere Möglichkeit. Das stolze Wachstum in Indien....

Swiss: .... werden in städtischen Gebieten erzeugt. Dies überwältigt auch verhältnismäßig energische Politikern wie die in Kalkutta, die etwas für die Elendsviertel tun und die Landreform in West-Bengalen in Angriff nehmen. Doch viele Einwanderer kommen aus anderen, weniger weit fortgeschrittenen Ländern nach Kalkutta. Zudem kann Indien, wie viele andere Länder der Dritten Welt auch, ein sehr wichtiges Thema nicht in den Griff bekommen - den Geburtsüberschuss.

Swiss: Mass Armut kann mit Sicherheit nicht beseitigt werden. Die Landreform muss nicht nur das ländliche Leben so interessant machen, dass die Landwirte nicht mehr umziehen.

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