Tens Wirkung

Zehnfacheffekt

Der therapeutische Effekt von TENS basiert vermutlich auf drei Prinzipien. Effekt eines TENS-Gerätes: Wirkungsweise und Wirksamkeitsstudien Bei der transkutanen elektrischen Stimulation (TENS) handelt es sich um eine bekannte, naturopathische Behandlungsmethode zur Schmerztherapie. Sie stimuliert gezielt einzelne Energiebahnen und beeinflußt die körpereigenen Strukturen in einer Weise, die zu einer deutlichen oder permanenten Linderung der Schmerzen auftritt. Dabei werden die verschiedenen Körpersysteme angegangen und über verschieden eingestellte Rahmenbedingungen können unterschiedlichste Wirkungen erreicht werden. In der Praxis wird die Effektivität von TENS kritisch erörtert.

Bei TENS-Anwendungen gibt es Untersuchungen, die auf eine schmerzlindernde Wirkung hindeuten, in anderen Untersuchungen konnten keine besseren Ergebnisse als bei einer Placebobehandlung bewiesen werden. Der Beweis ist für viele Arten von Schmerzen anders. Die Beweise für die Wirkung von TENS sind je nach Art der Schmerzen verschieden. Eine gewisse Effektivität konnte mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit demonstriert werden, in anderen Gebieten ist die Effektivität von TENS nicht eindeutig.

Im Großen und Ganzen reichen die Nachweise für eine endgültige Bewertung nicht aus. Der Wirkmechanismus von TENS mittels inhibitorischer Schmerzübertragungsmechanismen durch Stimulation von afferenten und fallenden Nerventrieben wird in erster Linie auf die Applikation von Hi-TENS (Hochfrequenz, niedrige Intensität) zurückgeführt. Hi-TENS bedeutet die Applikation von TENS mit Hochfrequenzen zwischen 40 und 150 Hertz, einer geringen Intensitätsstufe und einer geringen Impulsbreite von 10 bis 150 µs.

Dieser Typ von TENS ist die herkömmliche Applikationsmethode. Dabei wird davon ausgegangen, dass interne und externe Schmerzstimuli über einen Schmerzrezeptor absorbiert und auf das Rückgrat übertragen werden, wo sie mit bestimmten Nervenwegen verbunden sind. Hier kann die Weiterleitung des Schmerzreizs an das Hirn durch gewisse Wirkungsmechanismen über dezentrale sowie fallende Nervengänge aus dem Hirn verhindert werden.

Es wird angenommen, dass TENS gewisse afferente A-Nervenfasern irritiert, die die Übertragung von Schmerzen auf das Hirn unterdrücken. Darüber hinaus sollen sinkende inhibitorische Nervengänge stimuliert und eine vermehrte Freisetzung von Endorphinen ausgelöst werden, was auch eine reduzierende Wirkung auf die Wahrnehmung von Schmerzen hat. Der Einsatz von Hi-TENS zeigt seine Wirkung unmittelbar und funktioniert nur während der bis zu stundenlangen Therapie.

Der Einsatz von TENS kann auch das gesamte körpereigene Opioid-System beeinträchtigen. Dieser Vorgang wird hauptsächlich auf die Verwendung von Low-TENS (Niederfrequenz, hohe Intensität) zurückgeführt. Es werden einzelne Impulse mit einer Häufigkeit von 2 bis 4 Hertz mit einer großen Intensitätsstufe, die zu Muskelkontraktionen und einer Impulsbreite von 200 bis 400 µs führen, angelegt.

Den Low-TENS mit ähnlichem Wirkungsmechanismus gibt es als Alternative auch den Burst-TENS. Dieses Verfahren wurde deshalb so konzipiert, weil die einzelnen Impulse im Low-TENS-Bereich von den Betroffenen als unbefriedigend wahrgenommen wurden. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Gabe von Napoxon, einem Opioid-Antagonisten, die schmerzstillende Wirkung der Low-TENS-Applikation aufhebt, während die Gabe von Napoxon keinen Einfluss auf die Hi-TENS-Applikation hatte.

In diesem Fall wird eine Partizipation von primär Beta-Endorphin unterstellt, das an den Opioidrezeptoren wirkt und dort eine schmerzstillende Wirkung ausübt. Weiterführende Untersuchungen haben gezeigt, dass sowohl Hi als auch Low TENS-Anwendungen wahrscheinlich Effekte auf das körpereigene Opioidsystem haben werden, mit unterschiedlichen Opioiden, die wahrscheinlich involviert sind und unterschiedlichen Häufigkeiten und Intensität, die die Freisetzung verschiedener Opioide auslösen.

Es wird angenommen, dass die Verwendung von Low- und Burst-TENS während der Therapie (nach ca. 20 Minuten) eine spätere Wirkung hat, mit einer Behandlungsdauer von mind. 30 min, aber nicht mehr als 45 min. Der schmerzstillende Effekt von Low-TENS kann mehrere Jahre bis Tage nach der Therapie anhält. Dabei geht es in erster Linie um die Irritation hemmender afferenter Nervenwege über das Rückgrat, um die Übertragung von Schmerzen auf das Hirn zu verhindern, sowie um Effekte auf die endorphinale Freisetzung und das körpereigene Opioidsystem, die auch schmerzlindernd wirken können.

Es kann davon ausgegangen werden, dass verschiedene Frequenz- und Intensitätseinstellungen verschiedene Wirkungsmechanismen anstoßen. Welche Faktoren welche Wirkung haben, ist im Einzelnen nicht klar. Externe Gegebenheiten wie z. B. Schmerzen, Belastungssituation der Betroffenen und anderer können zu einem unterschiedlichen Verhalten bei der TENS-Therapie führen, so dass die Effektivität nicht in jedem Falle mit Gewissheit gewährleistet werden kann.

Es gibt keine Hinweise auf eine wirksame Behandlung einiger Arten von Schmerzen in den klinischen Untersuchungen. Dennoch kann auf der Grundlage von Erlebnisberichten und einigen Untersuchungen eine Effektivität nicht ausgeschlossen werden.

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