Therapeut

Psychotherapeutin

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Patienten während der Psychotherapie in ihren Therapeuten verlieben. Unzulässige Love Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich die Betroffenen während der Winterpause in ihren Psychotherapeuten verliebt haben. Kleine Verliebtheiten begünstigen zwar den Therapieverlauf, können aber im schlimmsten Fall den Behandler dazu bringen, die Behandlung zu beenden. Nahezu jeder Therapeut hat erfahren, dass ein Kranker seine ganze Leidenschaft zu ihm bekennt. Die Ursache für diese verhältnismäßig häufige "Therapeutenliebe" ist die besondere Natur der Therapiesituation:

Besonders stark traumatisierten Patientinnen und Patienten wird oft zum ersten Mal in ihrem Lebenslauf ein wert- und konditionsfreies Verständnis und Akzeptanz vermittelt. Weil Verliebtheit im Allgemeinen mit Öffnung und Zuversicht einhergeht, sind sie für den Therapieprozess nicht schädlich, sondern können ihn gar befördern. Liebt der Betroffene jedoch in die Persönlichkeit des Behandlers, kommt der Psychotherapieprozess zum Erliegen.

Der Ablauf der psychotherapeutischen Behandlung wird zerstörerisch, wenn die Einschränkungen, die eine Behandlung ausmachen, nicht mehr eingehalten werden. Ein Grenzverletzungen können sowohl vom Behandler als auch vom Betroffenen verursacht werden. Der Therapeut darf aufgrund der ethischen Verpflichtung des Berufes keine strengen Liebe beziehungen zu seinen Patientinnen und Kunden eingehen. Nichtsdestotrotz gab es viele Fälle von Grenzübertritten, in denen sich Therapeutinnen und Therapeuten zum Nachteil der Patientinnen und Patientinnen, aber letztendlich auch zum Nachteil ihrer eigenen und der gesamten Branche engagiert haben.

Aber auch Grenzüberschreitungen durch die Betroffenen selbst sind nicht so rar wie lange Zeit vermutet. Das passiert zum Beispiel, wenn der Betroffene seinen Psychotherapeuten mit dem Wunsch nach einer Liebe stark belästigt. Bekannt sind solche FÃ?lle, in denen Patientinnen und Patientinnen ihre Therapeutinnen und deren Angehörigen bis ins private Leben verfolgt und sie mit stÃ?ndigen Telefonaten und Schreiben belÃ?stigt haben.

Kommt es zu einer Konstellation, in der eine gemeinschaftliche Betrachtung nicht mehr möglich ist und das Arbeitsverhältnis endgültig zunichte gemacht wird, stoßen die grundsätzliche Verpflichtung und Möglichkeiten des Therapeuten, seinen Pflegebedürftigen mit Empathie und Hilfe zu unterstützen, an ihre Grenzen. Besteht ein Pflegebedürftiger heftig auf einer individuellen Partnerschaft, auch wenn der Therapeut seine Ablehnung eindeutig zum Ausdruck bringt, ist es verantwortungsbewusst und moralisch vertretbar, die Therapiebeziehung zu unterbrechen, um eine Zuspitzung der Situa -tion zu vermeiden und gleichzeitig alternative Kontaktpunkte für den Pflegebedürftigen zu schaffen.

Für den Psychotherapeuten ist ein solches Benehmen in der Regel extrem konfliktträchtig, weil es gegen die unausgesprochenen Grundlagen jeder psychotherapeutischen Behandlung verstoßen, dass man über alles sprechen kann und auf jeden Fall einfühlsam und hilfsbereit ist. When patients fall in love with their therapist' appeared in the journal'Psychotherapeut', issue 04/2004, on 26.07.2004. Author(s): Regina A. Kurth, Clinic for Psychosomatics and Psychotherapy, Justus Liebig University Gießen.

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