Therapie

Behandlungstherapie

Mit der richtigen Arztwahl ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Therapie und zum Wohlbefinden getan. Physikalische Rehabilitierung und Bewegungstherapie Ähnlich wie andere Ernährungsstörungen erfordert auch die Bulima nenervosa die eigene Leistungsbereitschaft und den Willen zu einer erfolgreichen Therapie. Die Therapie der Brustschmerzen wird in erster Linie im ambulanten Bereich durchgeführt. Für die Psychotherapie gibt es unterschiedliche Formen wie z. B.

verhaltenstherapeutische Maßnahmen, Familientherapien und physiotherapeutisch orientiert. In Einzel- und Gruppentherapie, wenn möglich unter Beteiligung des Betreuers und des Familiensystems, findet die Therapie statt.

Vor allem bei jugendlichen Formen von Essstörungen ist es besonders bedeutsam, die eigenen Familienangehörigen in die Therapie zu einbeziehen. Sind die Symptome sehr ausgeprägt oder gibt es schwerwiegende persönliche Beeinträchtigungen, selbstschädigendes Verhalten oder Suizidalität, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Krankenhausbehandlung erforderlich sein. Bei Stoffwechsel- oder anderen körperlichen Erkrankungen (z.B. Morbus Crowns oder Diabetes) ist eine ärztliche Versorgung unerlässlich.

Der Therapie von Ernährungsstörungen liegen im Wesentlichen die nachfolgenden drei SÃ??ulen zugrunde: Die Therapie von Bulimiepatienten hat zum Zweck, den Teufelskreis von Heißhunger und Brechreiz zu unterbrechen und das Ernährungsverhalten zu normalisieren. Zur Vermeidung von Essanfällen sollten Bulimiepatienten im Zuge der Diätberatung und -therapie das Ernährungs- und Fressverhalten eingehend untersuchen. Für die Erziehungsberechtigten ist es auch sinnvoll, an einer psychodidaktischen Lerngruppe mitzuwirken, in der sie über die Folgen von Ernährungsstörungen für den Körper und das Benehmen ihres Babys informiert werden.

Die psychotherapeutische Therapie der Brustschmerzen hat sich durch zwei Maßnahmen als besonders effektiv herausgestellt, jedenfalls für Heranwachsende ab 17 Jahren und Erwachsene: Verhaltenstherapeutische und zwischenmenschliche Therapie. Bei jüngeren Heranwachsenden und Kindern gibt es jedoch kaum Erfahrung. Die Forschungsnot ist groß, da sich Therapieerfolge bei adulten Patientinnen und Patienten nicht ohne weiteres auf adoleszente Patientinnen und Patientinnen überführen lassen.

Die kognitive Verhaltenstherapie zielt darauf ab, das Selbstvertrauen der Patientinnen und Patientinnen zu stärken, indem sie dysfunktionale Haltungen im Zusammenhang mit Essstörungen korrigiert und alternative, das Selbstwertgefühl fördernde Zonen aufbaut. Diese sind vom Ernährungsverhalten, dem Körpergewicht und dem Erscheinungsbild abhängig. Für Ältere und engagierte Menschen ist diese Form der Therapie besser geeignete, zumal sich vor allem junge und wenig erkrankte Menschen (dies trifft insbesondere bei einer chronischen Anorexie zu) oft weigern, ihr Benehmen und ihre Überzeugung zu hinterfragen.

Zielsetzung der interpersonellen Therapie (IPT) ist die individuelle Konfrontation von Patientinnen und Patientinnen mit den Auswirkungen ihrer Essstörungen auf ihre gesellschaftlichen Verhältnisse (das so genannte zwischenmenschliche Bezugssystem) und eine deutliche Steigerung vor allem ihrer Verhältnismöglichkeiten und ihrer aktuellen Lebensumstände. Die Beteiligung der Familien ist besonders bedeutsam in der Therapie von Teenagern mit Essstörungen. Es sollte den Erziehungsberechtigten beigebracht werden, dass die Gastfamilie nicht als Grund für die Krankheit gesehen wird, sondern als eine effektive Quelle, um sie zu überwinden.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die familiäre Therapie effektiver ist als die individuelle Therapie, wenn die Krankheit vor dem Alter von neunzehn Jahren auftritt. Im Gegensatz dazu weist die Einzeltherapie bei größeren Menschen bessere Heilungsergebnisse auf. Gruppentherapieverfahren, die sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich eingesetzt werden, sind gut dazu angetan, das Eigenwertgefühl, die Selbstannahme und die Sozialkompetenz der Betreffenden zu stärken, was oft besonders bei jüngeren Menschen mit Ernährungsstörungen erforderlich ist.

Andernfalls können Rückfälle einfacher auftreten, da sich die Betroffenen wieder auf Körpergewicht und Körperbau als einziges scheinbares Ausdrucksmittel ihrer Selbsteinschätzung und Akzeptanz konzentrieren. Vor allem für Patientinnen und Patientinnen, die sich ganz auf Körper und Körper konzentrieren, können kreative Therapiemaßnahmen oder körperorientierte Eingriffe sinnvoll sein (z.B. Ergotherapie und Kunsterziehung sowie Entspannungstraining und Musiktherapie).

Es hat sich gezeigt, dass die Therapie mit ausgewählten Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs wie z. B. Fluoretin oder Fluvoxamin) zur Therapie der Brustschmerzen in vielen FÃ?llen erfolgreich ist, unabhÃ?ngig davon, ob der Mensch depressiv oder nicht. Die Behandlungsdosis für Brustschmerzen ist drei- bis viermal so hoch wie bei einer Depression. Die SSRIs erscheinen bei schwergewichtigen, magerektischen Patientinnen und Patienten nicht erfolgreich, wahrscheinlich weil es den Patientinnen an Neuroransmitter-Vorläufern (Tryptophan) aufgrund von Unterernährung fehlt.

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