Untergang der Maya

Fall der Maya

Die Maya-Kultur im südlichen Tiefland ist eines der großen Geheimnisse der Archäologie. Eine Ausstellung in Speyer widerspricht dem aber. Das Maya-Volk Mittelamerikas beherrschte auch diese Kunst. Einige Jahrhunderte später war das Volk verschwunden.

Yucatán: Wie sind die Maya gefallen?

Dürre, Übernutzung, schwindende königliche Autorität - all dies dürfte zum Zusammenbruch der Stadtregionen im Mayastiefland beitragen. Die Maya-Kultur im Süden der Tiefebene ist eines der großen Geheimnisse der Archeologie. Das Ende der Welt hat die ganze Gegend (heute Guatemala, Belize und einige Gebiete im Süden Mexikos) betroffen - von Copán bis zur stärksten aller Maya-Städte, Calakmul.

Heute wissen die Wissenschaftler, dass die Populationsdichte in den vergangenen Dekaden vor dem Zusammenbruch drastisch angestiegen ist, dass die Populationskurve dann aber nach 800 Jahren abfallen wird. In etwa 150 Jahren wurde das Flachland, in dem früher mehrere tausend Menschen gelebt hatten, verlassen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erkundeten auch Ablagerungen aus dem Karibischen Meerbusen vor der venezolanischen Küstenregion und stellten fest, dass es in Mittelamerika in den Jahren 810, 860 und 910 kaum regnete.

Laut der Diplomarbeit eines Historikers hätten die langjährigen Trockenperioden der Hauptgrund für den Einbruch sein können. Zugleich hat die wachsende Bevölkerungszahl eine Intensivierung der Agrarwirtschaft erforderlich gemacht. Ein genauerer Blick auf die Archäologie belegt jedoch, dass es keine einfachen Erklärungen für den Zerfall der Maya-Kultur im Südtiefland gibt.

Jh. waren Palenque, Dos Pilas, Piedras Negras und Yaxchilán - Orte, die an Flüsse oder Flüsse grenzen und immer über einen Wasseranschluss verfügten. Deshalb herrscht unter den Wissenschaftlern heute weitgehende Übereinstimmung, dass der Untergang der Maya im Südtiefland in zwei Stufen erfolgte.

Nach dem Zerfall der staatlichen Einrichtungen verließ die Normalbevölkerung die Großstädte mit einer Verspätung von 100 bis 200 Jahren. Jeder, der den Einsturz interpretieren will, muss daher zunächst erläutern, welche Vorgänge zum Einsturz des Reiches Gottes geführt haben. Es gibt viel zu vermuten, dass die Ursprünge dieses Verfalls auf die Glanzzeit der Maya zurückgehen, als die gewaltige Metropole Calakmul von Tikal im ausgehenden siebten Jh. eingenommen wurde.

Allerdings ist es dem Gewinner nicht gelungen, die bisher von Calakmul regierten kleinen Staaten in sein eigenes Gebiet zu bringen. Damals forderte die hohe Bevölkerungsdichte jedoch immer mehr Mittel. Konsequenz: Die Maya-Städte ohne Organisationen und Führer wurden von der kollabierenden Zivilbevölkerung verlassen.

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