Wer Heilt hat recht

Derjenige, der heilt, hat Recht.

Die Weisheit und zugleich moralische Leitlinie von Paracelsus bedeutet wahrscheinlich nichts mehr. Derjenige, der heilt, hat Recht! Der Lorbeer für eine Kur (besser: Genesung) geht immer an den "Profi", der sich gerade in der Umgebung befindet. In der homöopathischen Diskussion ist der am meisten verwendete Begriff "Wer heilt, hat Recht". Für die Feststellung "Wer heilt, hat Recht" wird angenommen, dass erstens jemand von etwas wirklich verheilt ist und dass zweitens die Ursache der heilenden Wirkung auf eine gewisse Behandlung zuruckzuführen ist.

Was spielt es für eine Rolle, wenn ein Kranker kuriert wird, dass es theoretische Defizite gibt oder ob die beiden genannten Voraussetzungen gegeben sind? Diejenigen, die heilen, haben Recht - zunächst einmal ist das völlig richtig. Rezeptiert mir mein Hausarzt ein Mittel gegen eine schwere Lungenentzündung, Lungenentzündung oder Mittelohrinfektion, das die Keime und damit die Entzündungsursache und dann meine Heilung entfernt, dann ist er natürlich "richtig" in dem Sinn, dass seine Therapie die rechte war.

Natürlich ist ein Arzt auch "richtig", um mein verletztes Glied zu verputzen, und mein Ophthalmologe ist "richtig", wenn er die passenden Drops für Konjunktivitis vorschreibt. Auch mein Kfz-Mechaniker hatte Recht, als er meinen bisherigen Öltropfen durch den Austausch eines ausgedienten Ventiles von meinem Öltropfen "geheilt" hat. Der Homöopath hat also Recht, wenn ich nach der Tabletteneinnahme gehe?!

Eine andere Frage: Wenn ca. 80% aller Erkrankungen (abgesehen von Chroniken wie Zuckerkrankheit, hohem Blutdruck, etc.) von selbst verschwunden sind und ein Homöopath vorhanden war, hat er Recht? Weil er nicht heilt. Aus vielerlei Hinsicht heilen Homöopathen daher nicht: Das Mittel, das sie geben, ist inhaltlich frei und hat daher keine Auswirkungen (die überwiegende Mehrheit der wissenschaftsrelevanten Untersuchungen zeigt, dass Homöopathika nur dazu beitragen, die Placebowirkung auszulösen).

Der Homöopath hat auch in dieser Beziehung nichts mit Heilen zu tun, außer dass er letztendlich dazu beiträgt, den Placebo-Effekt hervorzurufen. Die Homöopathin ist daher nicht in den Heilungsprozess in dem Sinne involviert, dass sie (als "Experte") oder ihre Pseudomedizin eine heilende Wirkung erzielen würde. Also konnte er nicht Recht gehabt haben.

Die vom Genesenden erlebte Veränderung könnte in ähnlicher Weise von jemand anderem hervorgerufen worden sein (Placebo-Effekt). Meistens wäre die Genesung jedoch von selbst erfolgt. Pellets, die bei Erkältungen, Schüttelfrost, Prellungen oder Erkältungen eingesetzt werden sollen, müssen keinen Placebo-Effekt auslösen, um eine Behandlung beim Betroffenen "herbeizuführen".

Also: Wer heilt, hat Recht. Doch wer heilt, muss dann auch die eindeutige Begründung für die Genesung gegeben haben, wenn er das faktische Recht geltend machen will. Doch bei den homöopathischen Ärzten gibt es kein "wer", kein "wer oder was, wer oder was, wer oder was heilt", also gibt es auch kein "Recht haben".

Ich war vor einiger Zeit mit meinem Oldtimer bei den "Heilmechanikern", weil es eine Fehlermeldung gab, die ab und zu ein- und ausging. Nun, wer heilt, hat Recht, nicht? ¿Ist eine Genesung glaubhaft und nachweisbar? Gibt es über die eigene (individuelle) Wahrnehmung hinaus Anzeichen dafür, dass eine Genesung tatsächlich stattfand?

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