Wirkung von Magneten auf den Körper

Einfluss von Magneten auf den Körper

Ich werde einen Batzenmagneten kaufen. Im Magnetschmuck eingesetzt, soll der Magnet sogar heilende Kräfte haben. Permanentmagnetfeld verschiebt die Symptome, oder der Körper tut es.

Milliarden Marktmagnete

Egal ob Schmuck, Schuheinlagen oder sportliche Armbandprodukte mit vermeintlich verheilenden Magneten sind ein milliardenschwerer Markt. Magneten sind pure Zauberkraft - mit einer unsichtbaren Handfläche locken sie etwas an, stossen sich gegenseitig ab und bringen ganze Zugläufe in großem Maßstab zum Schwimmen. Beeinflusst die magische Wirkung von Magneten auch den Menschen?

Natürlich nehmen viele Menschen eine Wirkung an, denn Magneten sind ein milliardenschweres Geschäft im Gesundheitsmarkt[1]. Hierunter versteht man nicht die Kernspintomographie als Bildgebungsverfahren, sondern kleine Permanentmagnete, die in eine Vielzahl von Produkten eingebaut werden: in Sportstützverbänden, Wundauflagen, Latexmatratzen, Schuhmatratzen, Heilarmbändern oder anderemmuck. Sie sollen dort Schmerz lindern, Verletzungen beseitigen, vor Gelenkverschleiß (Arthrose) bewahren oder ganz allgemein das allgemeine Wohlergehen steigern.

Derartige vermeintliche Wundermittel sind oft auf der Grundlage von Untersuchungen schwierig zu bewerten; nicht nur, weil jeder Anspruch individuell untersucht werden muss, sondern auch, weil es in der Regel praktisch keine Untersuchungen zu ihnen gibt. Bei den Magneten ist es anders - es gibt Untersuchungen, und ihre Aussagen sind ganz klar. Im Jahr 2007 fasste eine Zeitschrift die Untersuchungen an Magneten gegen Schmerzen zusammen[1]: Das Resultat zeigte, dass Magneten nicht besser funktionieren als eine Scheingewinnung (Placebo).

Dabei spielt weder die Festigkeit der Magneten noch die Einsatzdauer eine wichtige Funktion. Lediglich für eine Krankheit war die Überprüfung nicht eindeutig: Ob Magneten bei Arthrosen hilfreich sind, konnte weder nachgewiesen noch widerlegt werden. Es ist wichtig, denn es wird angenommen, dass fast ein Dritteln aller Osteoarthritispatienten in den USA Magneten in irgendeiner Weise verwenden[1].

In einer randomisierten kontrollierten Untersuchung im Jahr 2009 wurde diese Wissenslücke um einiges reduziert: Selbst bei Arthrosen haben Magneten die Symptome nicht gelindert[2]. Jüngste Untersuchungen zu akutem Schmerz nach der Operation[3] und der Einsatz von Magneten bei Rheuma[4] bestätigten frühere Ergebnisse: Magneten wirken nicht schmerzlindernd. Magneten haben viele Vorteile: Sie bedürfen keiner Intervention, sie sind keine Drogen, die im Körper Übel oder Sucht verursachen könnten, sie sind langlebig und nicht zu kostspielig.

Die anfangs beschriebe ich, dass ihre Begeisterung die Phantasie anregt und die Idee erweckt, dass Magneten auch auf den Körper wirkten. Diese haben praktisch keine Begleiterscheinungen - außer, dass die Magneten ab und zu von kleinen Kindern geschluckt werden und in diesen Faellen auch zu einer gesundheitlichen Gefahr werden koennen[a]. Andernfalls ist ihr einziges Problem, dass sie nicht funktionieren[1-4].

Im Rahmen der fachlich einwandfreien Review von 2007[1] wurden 25 Untersuchungen durchgeführt, von denen 9 in einer Meta-Analyse aufbereitet wurden: Die Ergebnisse konnten in einer statistischen Auswertung aufbereitet werden: 1: Der Schmerz wird unter dem Einfluß einer magnetischen Behandlung nicht geringer sein als unter einer Scheinkontrolle (Placebo). Entweder sehr schwächliche Magnete oder ähnliches Aussehen ohne Magent.

Am Ende spielte es keine Rolle, wie fest die Magneten waren oder wie lange sie verwendet wurden. Die Wirkung von Magneten auf Osteoarthritis war Gegenstand einer 2009 durchgeführten Studie[2]. In der randomisierten kontrollierten Prüfung wurde ein kommerzielles Magnetband (Stärke: 0,15 bis 0,23 Tesla) mit drei Kontrollpunkten verglichen: dem selben schwächeren Magnetband (0,025 Tesla), dem selben demagnetisierten Steinband und einem Kupferband.

Die schwachen Magnete haben den Vorzug, dass sie von den Untersuchungsteilnehmern nicht vom tatsächlichen Magneten zu unterscheiden sind. Obwohl nur 45 Personen an der Untersuchung teilgenommen haben, macht das Crossover-Design die Untersuchung aussagekräftig: Jeder Träger hat vierwöchig lang eines der Armreifen getragen, so dass die Untersuchung 16 Gesamtwochen gedauert hat und alle 45 Personen damit einmal in jeder Personengruppe sind.

Im Jahr 2013 wurde eine sehr ähnlich gestaltete Studien veröffentlicht, diesmal jedoch mit Rheumapatienten. Die Ergebnisse bestätigen die Überprüfung: Das Magnetband war weder bei den Beschwerden noch bei anderen Einflüssen über den Kontrollarmbändern[4]. Im Rahmen einer randomisierten, kontrollierten und sehr guten methodischen Untersuchung wurden die Wirkungen von Magneten auf den akuten Schmerzzustand nach der Operation untersucht[3].

In 156 Teilnehmer wurden sofort nach der OP Magneten oder Scheinmagnete in der unmittelbaren Wundnähe platziert und überprüft, um zu sehen, ob die Magneten den Schmerz oder den Konsum von schmerzstillenden Mitteln verringern können; das konnten sie nicht. Frage: Können Statikmagnete schmerzlindernd wirken? Die Pittler MH, Brown EM, Ernst E. Static Magneten zur Schmerzlinderung: systematische Überprüfung und Metaanalyse von randomisierten Studien.

Sep 25;177(7):736-42. Frage: Therapeutische Wirkung von magnetischen oder kupfernen Armbändern? Therapeutische Effekte von magnetischen und kupfernen Armbändern bei Arthrose: eine randomisierte placebokontrollierte Crossover-Studie. Ergänzung Ther Med. Oktober-Dezember 2009;17(5-6):249-56. Frage: Lindern Statikmagnete nach der OP die Schmerzen in der Wunde? Die Cepeda MS, Carr DB, Sarquis T, Miranda N, Garcia RJ, Sarquis C. Die stationäre Magnetfeldtherapie vermindert nicht den Schmerz- oder Opioidbedarf: eine randomisierte doppelblinde Studie.

Februar 2007;104(2):290-4. Frage: Therapeutische Wirkung von magnetischen oder kupfernen Armbändern? Reiche SJ, Gunadasa S, Bland M, Bland M, Macpherson H. Kupferarmbänder und magnetische Handgelenkbänder für rheumatoide Arthritis - schmerzstillende und entzündungshemmende Effekte: eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie.

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